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Jahr 2022

Flughafen Zürich

Wer in der Nähe des Zürcher Flughafens lebt, der konnte den Lockdown akustisch mitverfolgen. Mit Beginn der Pandemie und der fortlaufenden Einschränkungsmassnahmen nahm der Geräuschpegel des benachbarten Flughafens hörbar ab. Während des Lockdown herrschte dann tageweise Grabesstille – es war schön und beängstigend zugleich. Denn es wurde klar, wie stark die Pandemie die Industrie treffen werde. Zwar nehmen die Flugbewegungen wieder deutlich zu. Doch vom Vor-Krisenniveau ist der Flughafen noch weit entfernt. Noch immer vergehen zeitweise gefühlt einige Stunde mit absoluter Stille am Himmel. Angesichts dessen musste man bei der Zahlenvorlage von Flughafen Zürich mit dem Schlimmsten rechnen. Doch der Flughafen hat die massiven Belastungen im ersten Halbjahr operativ vergleichsweise gut weggesteckt. Der Umsatz sank nur um 47% auf CHF 310 Millionen und dies, obwohl der Flughafen zwei Drittel weniger Passagiere melden musste. Zugleich gelang es dem Unternehmen aufgrund rigider und schnell implementierter Kostensenkungenmassnahmen – die Betriebskosten konnten im ersten Semester um 28% gedrückt werden – einen operativen Gewinn auf Stufe Ebitda auszuweisen. CHF 104.9 Millionen nach CHF 304 Millionen im Vorjahr schlugen zu Buche. Dies ist u.E. aller Ehren wert und zeigt, dass das Management die Herausforderungen der Gesundheitskrise bisher sehr gut gemeistert hat. Zudem profitiert Flughafen Zürich von seiner vergleichsweise breiteren Geschäftsaufstellung im Segment der Liegenschaftsbewirtung. Dort stiegen die Erträge im ersten Halbjahr sogar um 10%. Der Verlust unter dem Strich von CHF 27.5 Millionen war wesentlich kleiner als von Analysten erwartet (minus CHF 61 Millionen). Für das zweite Halbjahr blieb die Flughafenbetreiberin einen Ausblick schuldig. Zu ungewiss ist der Blick in die Zukunft, wie das aktuelle Pandemiegeschehen in Europa zeigt. Erneute Grenzschliessungen, veränderte Quarantänebestimmungen oder anhaltende bzw. zusätzliche Reiserestriktionen können angesichts der Gesundheitskrise nicht ausgeschlossen werden und machen verlässliche Prognosen fast unmöglich. Unseres Erachtens bildet der Aktienkurs diese Unsicherheiten mittlerweile ab, womit das Abwärtspotenzial beschränkt erscheint. Auch wenn die Erholung Zeit braucht, sie wird kommen.

Konklusion:
Auf langfristige Sicht bleiben Investments in Flughafen Zürich sehr attraktiv. Sollte tatsächlich im Herbst/Winter 2020 ein Impfstoff gegen Covid-19 zur Verfügung stehen, könnte die Aktie stark haussieren.