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Ferrari

Wir haben vor einigen Monaten den Automobilsektor auf untergewichten zurückgestuft und sehen vor allem bei europäischen Premiumanbietern grösseres Rückschlagspotenzial. Allerdings: Keine Regel ohne Ausnahme. Denn der italienische Edelkarsossenentwickler Ferrari gehört für uns zu den wenigen aussichtsreichen Titeln. Die jüngst vorgelegten Zahlen für das Geschäftsjahr 2016 sind durchweg positiv ausgefallen und auch der Ausblick konnte überzeugen. Der Umsatz des italienischen Sportwagenbauers stieg um starke 8.8% auf EUR 3.1 Milliarden. Das bereinigte EBIT kletterte um starke 34% auf EUR 632 Millionen. Der operative Erfolg soll auch an die Aktionäre weitergegeben werden. Ferrari will für das vergangene Geschäftsjahr ein Dividende von EUR 0.635 pro Anteilsschein oder gesamt EUR 120 Millionen auszahlen. Die Zahlen einen Hauch besser als Analysten im Schnitt prognostiziert hatten. Genau 8‘014 Sportwagen konnte Ferrari im vergangenen Jahr ausliefern – 350 Stück mehr als im Vorjahr. Dabei bleibt Europa der mit Abstand wichtigste Markt: 3‘610 Auslieferungen gingen nach Europa, 2‘687 nach Amerika, 619 nach China und 1‘098 nach Asien/Pazifik – womit deutlich wird, dass Ferrari vor allem in den aufstrebenden asiatischen Ländern noch reichlich Absatzpotenzial hat. Beachtenswert sind auch die anderen beiden Standbeine der Italiener. Motorenverkäufe an Maserati und Motorendeals in der Formel 1 spülten EUR 338 Millionen in die Kasse. Das Geschäft mit dem Markennamen (Sponsorship, Commercials and Brands) fügte EUR 488 Millionen zum Umsatz bei und bietet unseres Erachtens noch reichlich Potenzial. 2017 feiert Ferrari seinen 70sten Geburtstag und blickt optimistisch in die Zukunft. Die ausgelieferte Stückzahl soll auf 8‘400 steigen. Das bereinigte operative Ergebnis vor Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll sich auf EUR 950 Millionen belaufen und der Umsatz auf EUR 3.3 Milliarden anschwellen. Auch dies sind ein paar Pferdestärken mehr als Analysten dem Konzern zugetraut haben. Die mittelfristigen Aussichten des italienischen Sportwagenherstellers sind ausgezeichnet. Die Sondermodelle für den 70sten Geburtstag sollten die Margen stützen. Insgesamt will Ferrari 350 Sondermodelle auf den Markt bringen, die nach Angaben aus Marinello bereits alle Abnehmer gefunden haben. Zudem dürfte Ferrari in der Lage sein, einerseits die Produktion im Jahr 2017 weiter auszubauen und andererseits die Preise zwischen 2% bis 4% zu erhöhen. Angesichts dessen gehen wir davon aus, dass die Italiener im kommenden Jahr beim Ebitda und Ebit jeweils im hohen einstelligen Prozentbereich wachsen dürften.
Konklusion:
Wir hatten die Aktie Anfang November 2016 bei EUR 49.50 zum Kauf empfohlen (Daily News). Auch wenn das Papier ambitioniert bewertet ist, gehen wir davon aus, dass der Aufwärtstrend anhält!