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Facebook

Es war ein weiteres Rekordergebnis, das CEO Mark Zuckerberg vor wenigen Tagen präsentieren konnte. Das Nettoergebnis war im dritten Quartal 2017 dank boomender Werbeeinnahmen um glatte 79% auf USD 4.7 Milliarden gestiegen. Das Umsatzwachstum von 47% auf USD 10.33 Milliarden fühlte sich demgegenüber schon fast verhalten an. Facebook bestreitet mittlerweile 88% des Werbeumsatzes mit mobiler Werbung. Die Zahl der monatlichen aktiven Nutzer legte um 16% auf 2.07 Milliarden zu. Dennoch konnten die Zahlen keine Euphorie an der Börse entfachen. Einerseits ist die Aktie bereits weit vorausgelaufen und ist aus unserer Sicht ohnehin massiv überbewertet. Andererseits droht dem Konzern gleich von mehreren Seiten kräftiger Gegenwind. So warnte der Konzern, dass die Gewinnentwicklung im vierten Quartal deutlich langsamer ausfallen werde. Facebook muss investieren, um mit der Flut an Hasskommentaren, Fake News und missbräuchlicher Werbung zurecht zu kommen. Die notwendigen Massnahmen werden auf den Gewinn drücken. Vor allem punkto der missbräuchlichen Werbung droht dem Konzern nun aber auch von politischer Seite Ärger: Denn Facebook spielte bei den US-Präsidentschaftswahlen eine unrühmliche Rolle. Kremlnahe Stellen sollen während des US-Wahlkampfes Werbung in erheblichem Umfang geschaltet haben, um den Kampf ums Weisse Hause in eine dem Kreml angenehme Richtung zu steuern – mit Erfolg wie sich zeigte. Wie Facebook zuletzt einräumen musste, hatte russische Wahlpropaganda nicht „nur“ 126 Millionen US-Bürger erreicht, sondern um die 150 Millionen Amerikaner. Jüngst mussten sich einige Techkonzerne, darunter auch Facebook und Alphabet, gegenüber einem Senatsausschuss rechtfertigen. Dass zu diesem Anlass noch nicht einmal die CEO‘s auftauchten, hinterliess bei den Politikern einen arroganten Eindruck. Nicht wenige politische Stimmen fordern mittlerweile, dass der Staat punkto Werbung nun regulieren müsse – ein Horrorszenario für Facebook und Alphabet. Facebook will zwar die Zahl der für Sicherheit zuständigen Mitarbeiter auf 20‘000 verdoppeln. Realistisch betrachtet ist dies jedoch nur eins: lachhaft bei über 2 Milliarden Usern. Damit wird das Kernproblem nicht gelöst. Es dauert zu lange bis anstössige Kommentare und Postings identifiziert und gelöscht werden – somit werden auch in Zukunft Fake News die Runde machen. Daran ändern auch 20‘000 Sicherheitsmitarbeiter nichts – allein die Masse an täglichen FB-Postings verunmöglicht eine effiziente Kontrolle von Menschenhand. Als Ausweg wird gerne auf die Künstliche Intelligenz verwiesen: Ein lernender Algorithmus soll solche Postings automatisch und in Sekundenschnelle identifizieren. Aber so weit ist die Artificial Intelligence noch lange nicht.
Konklusion:
Die US-Politiker könnten FB mit staatlichen Eingriffen ins Werbegeschäft massiv treffen. FB muss Lösungen präsentieren, um Fake News und missbräuchliche Werbung effizient zu bekämpfen.