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Facebook

Im Vorfeld der Q4-Zahlen haben wir unser Engagement in das soziale Netzwerk Facebook aufgelöst. Dass Facebook kurz darauf mit einem Rekordergebnis glänzte, spricht dabei keineswegs gegen unsere Positionsauflösung. Denn ein vertiefter Blick in die Bilanz bzw. den Ausblick verstärkt unsere zuvor geäusserte Meinung, dass Facebook den Zenit erreicht hat. Die Bilanz, die Facebook für das vierte Quartal 2016 vorgelegt hat, ist unwidersprochen beeindruckend. Der Umsatz stieg im Vergleich zur Vorjahresperiode um 51% auf USD 8.81 Milliarden. Noch imposanter entwickelte sich der Gewinn. Dieser wurde auf USD 3.57 Milliarden mehr als verdoppelt. So weit so gut. Aber wir orten drei grosse Baustellen, die dem Konzern in der Zukunft wahrscheinlich so manche schlaflose Nacht bescheren wird:
1. Das Benutzerwachstum kommt langsam aber sicher zum Erliegen. Zwar konnte das soziale Netzwerk auch in Q4 die Nutzerzahl um 17% auf 1.86 Milliarden Menschen erweitern. Damit kann der Konzern aber die einstigen Wachstumsraten aber nicht mehr erreichen. 1.86 Milliarden Menschen – damit dürfte der Markt mittlerweile fast abgegrast sein. Zudem verliert Facebook vor allem bei Jugendlichen an Attraktivität. Facebook ist bei Ihnen ein „nice-to-have“ aber kein „must-have“ mehr.
2. Das Phänomen der sog. „Fake News“, der alternativen Fakten und der Hasskommentare hat auf Facebook seit geraumer Zeit Hochkonjunktur. Der Konzern selbst tut sich bei der Bekämpfung dieser Phänomene bis dato sehr schwer. Während beispielsweise Anfang dieses Jahres das Bild einer Neptunstatue, dem Wahrzeichen der Stadt Bologna, als „sexuell explizit“ gelöscht wurde, können Hasskommentare und Fake News weiter fast ungestört verbreitet werden. Dies kann je länger je mehr zum Problem werden. Denn welcher Werbetreibende möchte mit solchen Phänomenen in Verbindung gebracht werden. Sprich: Gelingt es nicht, dieses Phänomen endlich in die Schranken zu verweisen, droht unseres Erachtens Facebook als Werbeplattform massiv an Attraktivität einzubüssen.
3. Facebook ist mit dem Werbeaufkommen bereits an die Grenzen des für Nutzer verträglichen Masses gestossen. Die sog. Timelines sind voll mit Werbeeinblendungen – ein Mehr, das hat Facebook selbst feststellen müssen- ist nicht mehr zumutbar. Entsprechend braucht Facebook neue Wachstumsfelder. Der Nachrichtendienst Whatsapp ist erfolgreich – nur ein Modell mit dem man Geld verdienen kann, gibt es nicht. Das „Bilder-Netzwerk“ Instagram ist erfolgreich und spült bereits mehrere hundert Millionen an Werbung in die Kassen. Nur mit Snapchat hat sich ein sehr starker und wachsender Wettbewerber etabliert. Und die Datenbrille „Oculus Rift“? Das ist und wird nie ein materieller Bestandteil des Geschäfts – es ist ein Nischenprodukt.
Konklusion:
Facebook ist an die Grenzen des Wachstums gestossen. Nun wird viel Geld investiert werden müssen, um neue Wachstumsfelder zu erobern. Das wird auf die Profitabilität durchschlagen. Verkaufen!