Banken knausern bei Krediten
Die Party geht weiter – so lautet das inoffizielle Fazit, das an der weltgrössten Konferenz für Private Equity Manager in Berlin, an der „Super Return 2016“, verbreitet wurde (weitere Neuigkeiten und Videos von der Konferenz erhalten sie unter www.superreturnlive.com). Allerdings mehren sich die vorsichtigeren Zwischentöne, wenn man mit den Managern abseits der offiziellen Agenda spricht. Nach zwei, drei ausgezeichneten Jahren sprechen zahlreiche Manager von einem vorläufigen Ende des Booms. Der Grund für die zurückhaltende Aussicht sind die Banken, die seit Herbst des vergangenen Jahres bei der Finanzierung von milliardenschweren Deals plötzlich knausrig wurden. Es sei äusserst schwierig geworden eine Bank zu finden, welche bei Deals im Wert von USD 500 Millionen mitziehen würden, berichten Manager. Die Entwicklung habe im Herbst 2015 in den USA begonnen und mittlerweile auch den europäischen Bankensektor erfasst. Die Branchenlogik hinter dem Einsatz von Fremdkapital ist denkbar einfach: Je höher der Fremdkapitalanteil, desto höher ist im Erfolgsfall die Rendite für die Private Equity Manager. Allerdings steigt mit dem Fremdkapital auch das Risiko, wenn das gekaufte Unternehmen schwächelt. Nun werden die Bankkredite rar, aber die Preise im Private Equity Markt fallen nicht. Die Unternehmensberatung Bain & Co. kommt in einer Studie zu dem Schluss: „Im Ergebnis müssen die Beteiligungsfonds mehr mit Eigenkapital ins Risiko gehen, um bei Deals zum Zuge zu kommen.“
Dass der Markt bereits ziemlich heiss gelaufen ist, lässt sich auch an den Kaufpreisen festmachen, die die Private Equity Manager bereit sind zu zahlen. Die Kaufpreise lagen gemessen am operativen Ergebnis (Ebitda) – dem üblichen Massstab – 2015 im Schnitt höher als im Boom-Jahr 2007. Ob die Preise nun sinken, wird in der Branche unterschiedlich bewertet. Einerseits dürfte die Baisse an den Aktienmärkten auch die Preise im Private Equity Universum sinken lassen, lautet eine Sichtweise. Erfahrene Private Equity Manager, die bereits seit einigen Jahrzehnten in der Branche tätig sind, sind hingegen etwas vorsichtiger. Anstelle von Fremdkapital würden Manager nun einfach mehr Eigenkapital heranziehen, um das insgesamt überzogene Kaufpreisniveau zu stemmen. Vor diesem Hintergrund sei nicht mit einer Entspannung bei den Kaufpreisen zu rechnen. Wir gehen davon aus, dass auch 2016 ein erfolgreiches Jahr für Private Equity Manager wird.
Konklusion:
Unternehmen wie die Schweizer Partners Group oder die amerikanische Blackstone Gruppe bieten nach wie vor Kurspotenzial. Der Private Equity Markt dürfte auch 2016 wachsen.