
Das europäische Aktienkursbarometer hat in der zurückliegenden Berichtswoche mit knapp 3‘400 Zählern den höchsten Stand seit Ende 2015 erklommen. Gemessen am Juni-Tief 2016, als der Index bei 2‘697 Punkten notierte, hat der Euro Stoxx 50 mittlerweile 25% an Wert gewonnen. Damit kann der Index sogar den S&P500 schlagen, welcher in der gleichen Zeit „lediglich“ knapp 19% zulegen konnte. Aus charttechnischer Sicht erweist sich die Anfang Dezember 2016 ausgebildete Trendlinie als stabile Unterstützung für den Euro Stoxx50. Zwei Mal touchierte der Index die Linie, prallte jedoch jeweils mustergültig nach oben hin ab. Entsprechend erscheint uns gegenwärtig das Abwärtspotenzial sehr gering. Dass es an den Euro-Börsen tendenziell weiter bergauf gehen sollte signalisiert auch der MACD-Index, der das vor gut zwei Wochen ausgebildete Kauf-Signal in der Berichtswoche bestätigt hat. Kurzfristige Verkaufswellen – auf die gegenwärtig der vollständige Stochastik-Indikator hinweist – können dabei nicht ausgeschlossen werden. Insgesamt erscheint die Lage an den europäischen Handelsplätzen stabil.
Unsere Prognosen für die verschiedenen Anlagehorizonte
Die Entwicklung auf dem europäischen Aktienmarkt in den zurückliegenden gut 9 Monaten entspricht – wenn auch die Stärke der Ausprägung positiv überrascht – unseren Erwartungen. Wir halten über den gesamten Anlagehorizont an unserer „Übergewichtung“ europäischer Aktien fest. Einerseits hat die mittlerweile ausgelaufene Berichtssaison gezeigt, dass die Unternehmen aus der Eurozone vergleichsweise positiv in die Zukunft blicken und sich nach zwei Jahren mit tendenziell stagnierenden und leicht sinkenden Gewinnen die Lage nun zum Besseren wendet. Andererseits haben Euro-Aktien im Vergleich zum S&P500 punkto Kursentwicklung noch reichlich Aufholbedarf. Während der US-Index seit März 2009 um sagenhafte 240% gestiegen ist, kommt der Euro Stoxx50 auf ein Plus von gerade 80%. Dieser Performanceunterschied lässt Euro-Aktien auch für den Fall einer Korrektur attraktiver erscheinen. Denn insgesamt erscheint uns die Fallhöhe in den USA deutlich höher als in Europa.
Konklusion:
Aktien aus dem Euroraum erscheinen uns in doppelter Hinsicht attraktiver als US-Aktien. Einerseits haben sie noch reichlich Aufwärtspotenzial, andererseits erscheint das Abwärtspotenzial geringer.