
Die jüngst vorgelegten Umsatzzahlen für das erste Quartal zeigen, dass der Schweizer Chemiekonzern so ziemlich alles richtig macht. Trotz der steigenden Rohstoffkosten und den ersten Schatten über der internationalen Automobilindustrie konnte Ems Chemie in allen Regionen Neugeschäfte vermelden. Im ersten Jahresviertel stiegen die Verkaufserlöse um starke 5.8% auf CHF 533 Millionen, in Lokalwährungen hatte der Umsatz sogar um 7.3% zulegen können. Die Absatzmenge wuchs aufgrund der steigenden Rohstoffpreise mit 5.4% etwas langsamer. Damit konnte der Konzern unter Führung von Magdalena Martullo-Blocher die Erlösprognosen der Analysten leicht übertreffen. Besonders beeindruckend ist unseres Erachtens, dass EMS die Wachstumsdelle in der Autoindustrie scheinbar locker kompensieren konnte. Nach Angaben von Ems habe sich das Wachstum in der Automobilindustrie auf 2.3% gut halbiert. Die Sparte macht ungefähr 60% des Konzernumsatzes aus. Gewinnzahlen gibt Ems zum ersten Quartal traditionell nicht bekannt. Uns überrascht der nach wie vor sehr verhaltene Ausblick des Unternehmens. Die bisherige Umsatzprognose wurde beibehalten, wonach Ems auf Jahressicht die Erlöse nur leicht über das Niveau des Vorjahres schraubt. Angesichts der doch deutlich besseren Entwicklung im ersten Quartal erachten wir die Konzernprognose als eine Art Sicherheitspuffer, um sich gegen überzogene Erwartungen angesichts der bestehenden Unsicherheiten zu wappnen. Wir halten ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich (zwischen 4% bis 7%; Konsensprognose: 4.8%) für realistisch – sofern keine externen Störfaktoren auf die globale Weltwirtschaft einwirken und die weltweite Konjunktur weiter anzieht. Wirklich spannend wird zum Halbjahr jedoch der Blick auf die Margenentwicklung sein. Ems prognostiziert für das Gesamtjahr ein Ebit leicht über dem Halbjahresergebnis 2016. Es wird sich zeigen müssen, ob der Konzern wirklich in der Lage ist, die höheren Rohstoffkosten an seine Kunden weitergeben zu können. Wir sind überzeugt, dass Martullo-Blocher dieser Spagat gelingen wird und die Margen stabil halten oder sogar leicht verbessern kann, womit Ems weiter profitabel wachsen dürfte. Wir gehen davon aus, dass Ems das Ebit um gut 3% steigern kann und sind etwas zuversichtlicher als die Analysten im Schnitt. Diese rechnen lediglich mit einem Ebit-Wachstum von 2.2%. Auch wenn die Aktie auf dem gegenwärtigen Niveau ambitioniert bewertet ist, hat der Titel aus unserer Sicht noch Luft nach oben.
Konklusion:
Wir erwarten, dass die Analysten ihre Umsatz- und Ebit-Prognosen in den kommenden Monaten nach oben korrigieren. Dies dürfte der Aktie nochmals Schwung verleihen.