+11.66%
YTD 2026
+15.08%
Jahr 2025
+23.37%
Jahr 2024
+12.28%
Jahr 2023
-6.63%
Jahr 2022

Emerson

Der Mischkonzern gehört zum ganz alten Industrieadel in den USA. Doch beim 1890 gegründeten Unternehmen stehen grosse und tiefgreifende Neuerungen an, die das Gesicht des Konzerns grundlegend ändern werden. CEO David Farr will Emerson neu ausrichten – von den bisherigen fünf Geschäftssparten sollen künftig nur noch die wachstumsstärkeren Bereiche Automationstechnik und Service im Konzern verbleiben. Jene Sparten, die nicht ins neue Konzept passen, sollen veräussert werden. Zuletzt verkaufte Emerson die Energiesparte für USD 4.3 Milliarden.
Kann Emerson die Tradition fortsetzen?
Der Konzernumbau – die Konzentration auf wachstumsstarke Segmente – erscheint auf den ersten Blick vielversprechend. Jedoch birgt der Wandel aus Sicht der Investoren ein nicht zu unterschätzendes Risiko. Gemäss Prognosen dürfte der Umsatz im Zuge des Umbaus mittelfristig auf USD 15.4 Milliarden sinken – nach USD 22.3 Milliarden im Jahr 2015. Die zentrale Frage ist, ob Emerson seinen Status als Dividendenaristokrat angesichts dessen mittelfristig halten. Denn der Konzern hat seit 59 Jahren Jahr für Jahr und über alle Konjunkturzyklen hinweg seine Dividende erhöht und steht damit in einer Reihe wie Coca-Cola, Colgate-Palmolive oder Johnson&Johnson. CEO Farr ist überzeugt, dass Emerson die Dividendentradition fortsetzen kann, wie aus den jüngsten Präsentationen des Unternehmens hervorgeht. Der Anteil des freien Cashflows, der für die Dividendenzahlung verwendet werden soll, soll bis zum Jahr 2021 auf knapp 50% nach bisher 40% bis 50% steigen. Ob dies gelingen wird, sollte von den Investoren genau verfolgt werden – jegliche Abweichungen dürften an der Börse sofort bestraft werden. Das laufende Geschäftsjahr wird vom Konzernumbau geprägt sein – mit roten Vorzeichen bei den Zahlenvorlagen. Wir sind wenig optimistisch, was die Entwicklung des Aktienkurses angeht. Unseres Erachtens unterschätzen die Marktteilnehmer die Risiken, die mit dem Konzernumbau auf operativer und zeitlicher Basis verbunden sind, massiv. Darüber hinaus erscheint uns der Titel mit einem KGV von fast 22 auf Basis des für 2018 prognostizierten Gewinns überbewertet. Kurzfristig dürften die steigenden Rohstoffpreise dem Konzern zwar noch etwas Rückenwind geben (Unternehmen aus der Öl- und Gasindustrie sind wichtige Kunden für Emerson). Mittelfristig rücken jedoch die Risiken – auch für die Dividende – in den Fokus.
Konklusion:
Langfristig bietet der Konzernumbau von Emerson Chancen. Kurz- bis mittelfristig überwiegen jedoch die Risiken, die gegenwärtig von den Marktteilnehmern unterschätzt werden. Verkaufen!