+11.66%
YTD 2026
+15.08%
Jahr 2025
+23.37%
Jahr 2024
+12.28%
Jahr 2023
-6.63%
Jahr 2022

E.ON

Die Zeit für E.ON-Vorstandschef Johannes Teyssen, um die Wende beim einstmals grössten deutschen Energieversorger zu schaffen, wird knapp. Seit 2010 führt er den Konzern und musste 2011, 2014, 2015 und nun auch 2016 einen Milliardenverlust melden. EUR 16 Milliarden Miese machte E.ON im vergangenen Jahr – ein absoluter Tiefpunkt. Zudem kündigte der Energieversorger eine Kapitalerhöhung um EUR 1.32 Milliarden an, um die im Sommer fälligen Zahlungen in den Atom-Ausstiegsfonds tätigen zu können. Immherin wird den Aktionären der operative Absturz, der vor allem auf die Abspaltung von Uniper zurückzuführen ist, durch eine Dividende versüsst. Die Aktionäre sollen trotz der Verluste für 2016 eine Dividende von 21 Cent je Aktie nach 50 Cent im Vorjahr erhalten. Für 2017 stellte der Konzern 30 Cent in Aussicht – immerhin. „Die Bilanz des Übergangsjahrs 2016 ist eine Zäsur, die den Weg von E.ON in die neue Energiewelt frei macht“, kommentierte Teyssen. Ohne die Abschreibungen auf Uniper (Gesachäft mit Lohle- und Gaskraftwerken) hätte E.ON ein durchaus solides Ergebnis vorlegen können. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern wäre lediglich um 13% auf EUR 3.1 Milliarden gesunken. Insgesamt scheint E.ON durch die hohen Abschreibungen auf Uniper die schwierige Vergangenheit abgeschlossenn zu haben.
Nur wie sieht die neue Energiewelt eigentlich aus? Gemessen an den Zahlen will E.ON zurück in den schwarzen Bereich. Das Ebit für 2017 wird zwischen EUR 2.8 Milliarden bis EUR 3.1 Milliarden taxiert, was aus unserer Sicht eher gering erscheint. Im Schnitt rechnen Analysten mit einem Ebit in Höhe von EUR 3.1 Milliarden. Etwas besser soll sich der Nettogewinn entwickeln. Dort peilt E.ON ein Ergebnis von EUR 1.2 Milliarden bis EUR 1.45 Milliarden an, was deutlich über dem Konsens von EUR 1.1 Milliarden liegt. Neben der Kapitalerhöhung will E.ON weitere Massnahmen ergreifen, um den Konzern wieder in die Spur zu bringen: 1‘300 der derzeit 43‘000 Arbeitsplätze sollen gestrichen, Investitionen gekürzt und Beteiligungen verkauft werden.Doch derzeit fehlen E.ON, die sich künftig auf regenerative Energien fokussiert, die kurzfristigen Wachstumstreiber. Denn die Konkurrenz bei Wind- und Solarkraftwerken ist gross, die Strompreise dürften niedrig bleiben und technologische Veränderungen wie Batteriespeicher oder vermehrte Eigenerzeugung von Strom bleiben grosse Herausforderungen für den Konzern. Ob Teyssen, dessen Vertrag Ende des Jahres ausläuft, diesen Wandel erfolgreich gestalten kann, bleibt offen. Zudem drücken weitere Probleme wie hohe Instandhaltungskosten für die Energienetze auf das Geschäft. Unser Engagement war von Anbeginn an vergleichsweise opportunistisch. Wir denken, dass E.ON eigentlich nicht tiefer sinken kann. Vor diesem Hintergrund rechnen wir mit weiteren Kursgewinnen.
Konklusion:
2016 dürfte für E.ON der absolute Tiefpunkt gewesen sein. Von dort aus kann es eigentlich nur aufwärts gehen. Wir bekräftigen unsere spekulative Kauf-Empfehlung.