+11.66%
YTD 2026
+15.08%
Jahr 2025
+23.37%
Jahr 2024
+12.28%
Jahr 2023
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Jahr 2022

Dividenden sind weiter ein Kaufargument

Dividenden sind der neue Zins – mit diesem Slogan warben viele Analysten und Fondsmanager über Jahre um Aktien wie Roche, Nestlé oder Novartis. Sie schienen in Zeiten des Niedrigzinsumfelds eine lukrative Alternative für stabile Renditen zu sein, die im Anleihen-universum kaum noch zu finden waren. Ein stabiler, visibler Geschäftsgang und stetig steigende Dividenden waren die schlagenden Kaufargumente. Doch diese scheinen mittlerweile bei Anlegern nicht mehr zu ziehen – zahlreiche Dividendenperlen haben in den letzten Wochen eine Schwächephase hinter sich und konnten der Gesamtentwicklung nicht folgen. Bereits rufen die ersten Fondsmanager einen Gezeitenwechsel aus. Dividendenaktien seien lange Zeit ein Modethema gewesen zu sein – nun komme die unausweichliche Korrektur. Tatsächlich drohen die Dividendenperlen nach und nach ihren Status als Zinsersatz zu verlieren. Vor allem mit Blick auf die US-Märkte hat diese Entwicklung bereits Fuss gefasst. Die Aussicht auf höhere Zinsen und steigende US-Treasuriesrenditen haben die Dividenden-aristokraten an Zauber verloren. Aktuell rentieren zehnjährige Treasuries mit 2.4%; die durchschnittliche Dividendenrendite im S&P500 beträgt hingegen nur 2.0%. Zwar gehen wir infolge des steigenden US-Renditenniveaus auch in Europa von steigenden Leveln aus
(siehe Seite 16), allerdings sind hierzulande die Renditeunterschiede noch sehr stark ausgeprägt. Während siebenjährige Bundesanleihen derzeit mit -0.69194% rentieren, bieten Unternehmen wie Roche, Zurich Insurance, VAT, Baloise, Sunrise oder Novartis eine Dividendenrendite oberhalb der 4%-Grenze. Sie haben unseres Erachtens noch längst nichts von ihrem Status als Zinsersatz verloren. Ohnehin sollten Investoren, die eine langfristige Anlagestrategie verfolgen, die grundsätzliche Vorzüge von nachhaltigen Dividendenausschüttern beachten. Denn Untersuchungen zeigen, dass 1. Unternehmen mit einem überdurchschnittlichen, nachhaltigen Dividendenwachstum langfristig eine Outperformance erzielen und 2. in den vergangenen 20 Jahren die Hälfte der Gesamtrendite im SPI auf Dividenden entfielen. Darüber hinaus bieten zahlreiche Dividendenperlen einen zusätzlichen, steuertechnischen Vorteil: Denn die Befreiung von der Verrechnungssteuer macht sie zusätzlich attraktiv. Die UBS schätzt, dass «40% der grössten Schweizer Unternehmen im nächsten Jahr verrechnungssteuerfreie Ausschüttungen leisten werden. 20% des gesamten Ausschüttungsbetrags dürfte an der Schweizer Börse verrechnungssteuerfrei sein.» Wir erwarten, dass folgende – für uns auch aus fundamentaler Sicht interessante – Aktien eine verrechnungssteuerfreie Dividende auszahlen: Aryzta, EMMI, Clariant, Swiss Life (quellensteuerfreie Dividende), Cembra Money Bank, Zurich Insurance (teilweise), SFS (quellensteuerfreie Dividende) und VAT (quellensteuerfreie Dividende).
Konklusion:
Trotz einer gegenwärtigen leichten Kursschwäche bleiben zahlreiche Dividendenperlen eine attraktive Anlageopportunität. Defensive Investoren nutzen das Kursniveau zum Einstieg.