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Die Zuversicht kommt zurück

Stimmungsbarometer hellen sich deutlich auf
Der Pessimismus, der das Bild der Schweiz in den vergangenen Quartalen geprägt hat, löst sich nach und nach auf. Zwar ist die Stimmung in der Schweizer Wirtschaft noch weit davon entfernt euphorisch zu sein, aber ein verhaltener Optimismus scheint mehr und mehr um sich zu greifen. Auf den Stimmungswandel deutet auch das KMU Barometer der UBS hin.
Die Barometer für die Industrieunternehmen lagen im zweiten Quartal auf dem höchsten Stand seit Oktober 2014. Bei den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) trugen im April 2016 vor allem der gestiegene Bestellungseingang und der etwas höhere Auftragsbestand zum Vormonat zur Verbesserung bei. Bei den Grossunternehmen waren insbesondere die gestiegenen Bestellungseingänge im Vergleich zum Vorjahr, ebenfalls höhere Auftragsbestände zum Vormonat sowie das höhere Produktionsniveau für den Anstieg verantwortlich. Angesichts der bestehenden Unsicherheiten gaben sich die Unternehmen mit Blick auf den erwarteten Bestelleingang für das dritte Quartal noch zurückhaltend, was einen stärkeren Anstieg des KMU Barometers verhinderte. Insgesamt scheint sich unsere These, wonach die Schweizer Unternehmen den Frankenschock des Jahres 2015 mittlerweile überwunden haben und die notwendigen schmerzhaften Anpassungsprozesse durchgezogen haben, zu bestätigen. Laut einer Erhebung des Lausanner Institutes IMD konnte die Schweiz punkto Wettbewerbskraft in den vergangenen Monaten im internationalen Vergleich sogar leicht zulegen.
Wir sind davon überzeugt, dass die Schweiz auf einem guten Weg ist, um spätestens 2018 wieder das Potenzialwachstum von rund 2% ausschöpfen zu können. Neben dem privaten Konsum, der weiter eine der Hauptstützen der Schweizer Wirtschaft bleiben wird, sehen wir vor allem im Aussenhandelssegment deutliche Anzeichen der Belebung. Der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe ist zuletzt deutlich angesprungen. Für Mai notierte der Index bei 55.8 Punkten – ein Plus von 6 Indexpunkten im Vergleich zum Jahreswechsel 2015/16. Vor allem die vergleichsweise robuste Konjunkturentwicklung in der Eurozone stützt den Schweizer Exportsektor und lässt ihn nach und nach wieder zu einem tragenden Pfeiler werden. Zudem dürfte die Wachstumsdelle in zahlreichen Schwellenländern den Boden erreicht haben und in der zweiten Jahreshälfte wieder ein Zeichen der Beschleunigung aussenden. Unter dem Strich rechnen wir damit, dass das Schweizer BIP im laufenden Jahr positiv überraschen kann. Wir erhöhen unsere ursprüngliche Wachstumsschätzung von gut 1.0% auf neu 1.2% im laufenden und auf 1.7% im kommenden Jahr.
Konklusion:
Die Schweiz dürfte die konjunkturelle Talsohle durchschritten haben. Die Daten deuten auf eine deutliche Wachstumsbeschleunigung im weiteren Jahresverlauf hin.