Wir sind verhalten optimistisch ins Jahr 2017 gestartet. Die guten fundamentalen Rahmenbedingungen, das sich aufhellende Konjunkturumfeld und vor allem die über Jahre andauernde Underperformance Schweizer Aktien gegenüber ihren Vergleichsgruppen in Europa und den USA sprachen für steigende Notierungen. Kurssteigerungen im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich schienen uns durchaus möglich. Bis April lag der SMI voll auf unserer Linie. Ein Plus von 4% verzeichnete der Schweizer Leitindex Mitte/Ende des Monats. Mit den Präsidentschaftswahlen in Frankreich, die der Hoffnungsträger Emanuel Macron für sich entscheiden konnte, setzte auch im SMI eine kräftige Aufwärtsbewegung ein, die den Swiss Market Index Mitte Mai in der Spitze bis auf 9120 Zähler anschob – ein Plus von über 11% gegenüber dem Stand zum Jahresanfang. Seitdem konsolidiert der Schweizer Aktienmarkt auf hohem Niveau. Insgesamt zeigen sich die Schweizer Unternehmen in einer sehr guten Verfassung. Die Umsatz- und Gewinnentwicklung konnte im ersten Quartal bereits überzeugen und die Ausblicke der an der SIX notierten Firmen waren in der Breite ansprechend. Nach zwei Jahren der Stagnation dürfte auf Jahressicht wieder ein signifikantes Umsatz- und Gewinnwachstum zu Buche schlagen. Wir rechnen im Schnitt mit einem Gewinnplus im hohen einstelligen Prozentbereich. Die zentrale Frage ist, inwieweit nach der starken Kursperformance im zweiten Quartal 2017 an der Börse noch Luft nach oben ist? Grundsätzlich scheinen die guten Rahmenbedingungen zu einem grossen Teil eingepreist. Auf Basis der geschätzten Unternehmensgewinne in den kommenden zwölf Monaten werden Schweizer Aktien gegenwärtig mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 18 gehandelt. Damit übertrifft die gegenwärtige KGV-Bewertung den Durchschnitt seit dem Jahr 2000 deutlich. Dieser liegt bei 14.9. Entsprechend erscheint aus fundamentalen Gesichtspunkten das Aufwärtspotenzial im zweiten Halbjahr beschränkt. Vor allem im Small- und Midcap-Segment, welches im ersten Semester noch deutlich besser lief als das Largecap-Segment, prägen historisch hohe Bewertungsniveaus das Bild. Damit erscheinen Investments in dieses Segment im Vergleich zum Largecap-Bereich nicht mehr wesentlich attraktiver. Wir haben in den vergangenen Wochen bereits gutgelaufene Aktienpositionen aus dem Small- und Midcap-Segment reduziert und raten weiter, Gewinnmitnahmen ins Auge zu fassen. Wir sind mit Blick auf das zweite Halbjahr verhalten optimistisch, rechnen in der Breite aber nur noch mit wenig Bewegung an den Märkten. Auf Sektorebene könnten vor allem die Schweizer Finanzdienstleister in der zweiten Jahreshälfte noch ansehnliche Kursgewinne versprechen.
Konklusion:
Der Schweizer Aktienmarkt dürfte auf fundamentaler Basis sein Pulver grossteils verschossen haben. Eine Konsolidierung könnte jedoch attraktive Einstiegslevels generieren.