+11.66%
YTD 2026
+15.08%
Jahr 2025
+23.37%
Jahr 2024
+12.28%
Jahr 2023
-6.63%
Jahr 2022

Deutsche Telekom

Der rosa Riese, einst als Volksaktie gefeiert und später tief gefallen, macht seinen Aktionären wieder Spass. Nach Jahren des Tiefgangs ging es zuletzt an der Börse wieder kräftig nach oben. Mittlerweile gehört der Konzern neben SAP, Siemens und Bayer zu den teuersten Aktien im Deutschen Aktienindex (DAX). Mitte Mai sprang die Aktie sogar über die Marke von EUR 18.00 – dem höchsten Stand seit gut eineinhalb Jahrzehnten. Auch wenn der Aktienkurs zuletzt wieder etwas korrigierte, bleiben die Aussichten insgesamt ansprechend.
Die Geschäfte auf dem gesättigten Heimatmarkt laufen besser als erwartet und in Europa feiert die Deutsche Telekom unerwartete Erfolge. Den richtigen Schwung erhält der Konzern derzeit aber jenseits des Atlantiks. Denn das einstige Sorgenkind, T-Mobile-US, an dem die Deutsche Telekom gut zwei Drittel der Aktien hält, hat sich seit dem Jahr 2013 zu einem regelrechten Star im amerikanischen Mobilfunksektor entwickelt. In USD hat sich der Aktienkurs der US-Tochter seitdem gut vervierfacht, in EUR gerechnet sogar verfünffacht. Seit 16 Quartalen verbucht die Nr. 3 auf dem amerikanischen Mobilfunkmarkt Kundenzuwächse von mehr als einer Million – mittlerweile nutzen 73 Millionen Amerikaner den Dienst der Telekom-Tochter. Und ein nachlassendes Kundenwachstum ist derzeit nicht in Sicht. Gut 50% generiert die US-Tochter zum Konzernumsatz. Die Wichtigkeit der US-Tochter für die deutsche Mutter zeigt sich auch an den Investitionen, die in den letzten Jahren Richtung USA geflossen sind. Inzwischen summieren sich diese auf USD 40 Milliarden – allein USD 8 Milliarden sind zuletzt in den Kauf neuer Lizenzen geflossen. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Gerüchte und auch Versuche, die US-Tochter zu fusionieren oder zu verkaufen. So wird dem US-Wettbewerber Sprint bzw. dessen Haupteigner, die japanische Softbank, immer wieder nachgesagt, dass sie einen Zusammenschluss mit T-Mobile-US anstreben. Ein Vorhaben, das bisher am Widerstand der amerikanischen Wettbewerbsbehörden scheiterte. Wir gehen zudem davon aus, dass von Seiten der Deutschen Telekom nur noch geringes Interesse besteht, die US-Tochter zu verscherbeln. Denn ohne diese dürfte sofort sichtbar werden, dass die Geschäfte in Europa zwar rund laufen, aber nicht jenes Wachstum aufweisen, wie es für steigende Aktiennotierungen nötig wäre. Zudem würde dem rosa Riesen aus Bonn dann eine strategische Alternative für das Auslandgeschäft fehlen. Entsprechend gehen wir davon aus, dass T-Mobile vom Gejagten zum Jäger wird und auf der Suche nach geeigneten Übernahmekandidaten ist. Wir halten es für nicht ausgeschlossen, dass T-Mobile seinerseits nun Sprint kaufen will – die Nr. 4 auf dem amerikanischen Mobilfunkmarkt.
Konklusion:
Ein Verkauf der US-Tochter dürfte für die Deutsche Telekom vom Tisch sein – zu wertvoll ist T-Mobile inzwischen für den rosa Riesen geworden.