
Unser Depotwert liefert seit einigen Monaten nur wenig Grund zur Freude. Spätestens seit der geplatzten Übernahme des US-Konzerns Sprint durch die US-Tochter entwickelt sich die Aktie unterdurchschnittlich. Seit dem 52-Wochen-Hoch, das der Titel Ende Mai 2017 bei etwas über EUR 18 markierte, geht es mit dem Aktienkurs bergab. Mittlerweile notiert das Papier gut 20% unter dem damaligen Stand. Zum Vergleich: Der DAX könnte während dieser Zeitspanne fast 6.5% zulegen. Vielen Anlegern fehlt derzeit neben dem US-Geschäft ein neuer Wachstumstreiber. Die einst ungeliebte US-Tochter konnte in den ersten neun Monaten einen freien Mittelzufluss von USD 921 Millionen erwirtschaften und rechnet bis 2019 mit einem durchschnittlichen jährlichen Plus von mindestens 45 %. Darüber hinaus entwickeln sich die Geschäfte ohne grössere Überraschungen. Immerhin stellte Finanzvorstand Thomas Dannenfeldt in einem Interview mit der deutschen „Börsen-Zeitung“ eine kräftige Dividendenerhöhung für das zurückliegende Geschäftsjahr in Aussicht. Rund 10% könnte die Erhöhung betragen. Auch nach 2018 soll es in diesem Tempo weitergehen. Der hohe freie Cashflow macht‘s möglich – auch dank der Tochter T-Mobile US.
Weitere Massnahmen, um die Aktionäre bei Laune zu halten
Die Dividendenerhöhung ist zwar schön, kann die vergleichsweise starken Kursverluste der letzten Monate aber nur teilweise gutmachen. Entsprechend ist das Management gezwungen weitere Massnahmen einzuleiten, um die Aktie für Investoren wieder attraktiver zu machen. Ein erster Schritt in diese Richtung ist die Ankündigung, dass der Konzern die schwächelnde Grosskundensparte T-Systems unter der Leitung des neuen Spartenchefs Abdel Al-Saleh aufspalten will. Die Deutsche Telekom hatte im dritten Quartal eine Abschreibung von EUR 1.2 Milliarden auf T-Systems vornehmen müssen. Der Preisdruck in dem Geschäft ist gross. Zudem wanderten vermehrt Kunden ab, auch weil viele Zeit- und Kostenpläne nicht eingehalten wurden. Durch die Aufspaltung in zwei Gesellschaften dürfte wieder mehr Marktnähe und Flexibilität geschaffen werden und Zukäufe, um das Wachstum wieder anzustacheln, dürften einfacher umzusetzen sein.
Aktie bleibt ein Kauf
Aus unserer Sicht sind die Abspaltung von T-Systems und die Dividendenerhöhung klare Kaufsignale für die Aktie der Deutschen Telekom. Zudem honorieren Anleger auf dem gegenwärtigen Kursniveau den Wert der stark wachsenden US-Tochter nur unzureichend.
Konklusion:
Die Aktie der Deutschen Telekom ist u.E. auf dem aktuellen Niveau klar unterbewertet. Die in Aussicht gestellte Dividendenerhöhung und die Abspaltung von T-Systems werten wir durchwegs positiv.