
Es ist die vielleicht grösste Schmach, die eine Bank erleiden kann. In einer ad-hoc-Mitteilung musste die Deutsche Bank in der Vorwoche die Zweifel an ihrer Solvenz ausräumen. Zuvor war der Aktienkurs massiv eingebrochen und die Kreditausfallversicherungen für die Bank waren massiv gestiegen. Als Zeichen der Stärke kündigte Deutschlands grösste Privatbank zudem an, Anleihen im Wert von mehreren Milliarden zurückkaufen zu wollen (EUR-Anleihen 3 Milliarden, USD-Anleihen 2 Milliarden). Die Aktie schoss infolge der Ankündigung in die Höhe und der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble liess mitteilen, dass er sich keine Sorgen um die Deutsche Bank mache. Wirklich beruhigend ist dies aus unserer Sicht jedoch nicht oder wie es der US-Ökonom Nassim Nicholas Taleb via Twitter auf den Punkt brachte: „Ich habe mir keine Sorgen um die Deutsche Bank gemacht – bis der deutsche Finanzminister sagte, man müsse sich keine Sorgen machen.“ Auch die Ratingagentur Standard & Poor’s mischte dann noch mit: Sie senkte die Bonitätsnote für bestimmte CoCo-Bonds der Deutschen Bank auf „B+“ – das ist Ramschniveau. Auf dem Börsenparkett wird hinter vorgehaltener Hand die Deutsche Bank seit längerer Zeit kritisiert. Die Bilanz der Bank sei vollgepumpt mit Derivaten, die wiederum mit Derivaten finanziert werden. Kaum einer blicke noch wirklich durch. Kein Wunder also, dass die Anleger der Bank mehr und mehr das Vertrauen entziehen. Die Bank muss endlich Klarheit über ihre Risiken schaffen.
Konklusion:
Wir raten von Investments in die Papiere der Deutschen Bank ab. Zwar war der Kurseinbruch in den letzten Wochen zum jetzigen Zeitpunkt übertrieben. Dennoch: Sicher scheint die Bank nicht mehr zu sein