
Von Umbruch- oder sogar Aufbruchstimmung kann bei der Deutschen Bank intern keine Rede sein. Wie vom Frankfurter Börsenparkett zu hören ist, herrscht in der Konzernzentrale dicke Luft. Zahlreiche Top-Manager hätten das Unternehmen verlassen und gleich noch ihre Kunden mitgenommen. Die Stimmung unter den Beschäftigten sei auf dem Tiefpunkt. Es herrsche regelrecht Lähmung und nun drohe der Bank auch noch eine Diskussion um CEO John Cryan. Paul Achleitner, der starke Mann im Aufsichtsrat der Bank, soll nach Informationen aus der Konzernzentrale an der Demission von Cryan arbeiten. Markus Schenk, Vorstand Investment Banking, und Christian Sewig, Chef des Privatkundengeschäfts, stünden als Nachfolger bereit – mitunter sogar als Doppelführung. Cryan, dessen Vertrag noch bis 2020 läuft, ist zwar kein Visionär. Aber er ist verlässlich und ehrlich – zwei Eigenschaften, die der Bank aus unserer Sicht zurzeit sehr gut tun. Er hatte von Anfang an die Bank als Restrukturierungsfall hingestellt und Forderungen nach Traumrenditen somit eine Absage erteilt. Hinter vorgehaltener Hand wird jedoch gemunkelt, dass vor allem die Grossaktionäre aus Katar und China endlich Besserung sehen wollen. Sparen muss sein, aber das Wachstum darf nicht vergessen werden, so ihre Forderungen – und das ist bei der Bank derzeit das Problem. Das Investment Banking hat an Boden eingebüsst und im Private Banking bleibt das Wachstum ebenfalls aus. Genau das kreiden die Investoren dem CEO an.
Konklusion:
Cryans Arbeit ist notwendig. Er muss ein Fundament schaffen, von dem aus die Bank wieder wachsen kann. Wir würden eine Demission des CEO als Rückschlag im Restrukturierungsprozess ansehen.