
Wie wir vor einigen Wochen bereits berichtet haben, dunkelt sich das Geschäftsumfeld im Agrarbereich zusehends ein. Nach Jahren des Booms, in den Milliarden in den Ausbau der Infrastruktur flossen, hat der Markt einen Sättigungspunkt erreicht. Die Welternährungsorganisation FAO rechnet in den kommenden zehn Jahren mit fallenden Preisen im Agrarbereich. Bei Deere, einem der grössten Anbieter von Landmaschinen deutete sich im dritten Quartal bereits an, wie sehr sich das Bild im Agrarbereich eingedunkelt hat. Weltweit sanken die Umsatzerlöse und sonstigen Erträge im dritten Quartal um 20% auf USD 7.6 Milliarden bzw. in den ersten neun Monaten um 18% auf USD 22.1 Milliarden. Der auf Deere & Company entfallende Gewinn belief sich im dritten Quartal des Geschäftsjahres (31. Juli) auf USD 511.6 Millionen. (Vj.: USD 850.7 Millionen) bzw. USD1.53 (USD 2.33) je Aktie. „Die Ergebnisse des dritten Quartals spiegeln den anhaltenden Einfluss der Konjunkturschwäche bei Landmaschinen wider sowie eine geringere Nachfrage nach Baumaschinen“, so der Verwaltungsratsvorsitzende und CEO von Deere & Company, Samuel R. Allen.
Schwacher Ausblick
Insgesamt ist von der Euphorie der vergangenen Jahre derzeit nichts zu spüren. Im Gegenteil: Deere bereitet seine Aktionäre auf ein weiter schwächelndes Geschäftsumfeld vor. 2015 werden die Maschinenumsätze des Unternehmens gegenüber dem Vorjahr voraussichtlich um 21% niedriger ausfallen bzw. im vierten Quartal um 24% zurückgehen. Damit dürfte im Geschäftsjahr 2015 der auf Deere & Company entfallende Gewinn etwa USD 1.8 Milliarden erreichen. Wir gehen davon aus, dass sich der Abwärtstrend auch in den kommenden zwei Jahren fortsetzen wird und am Markt noch zu hohe Erwartungen punkto Umsatz- und Gewinnentwicklung herrschen. Dass die Aktie mit einem Kursabschlag von über 8% auf die Zahlen reagierte, verstärkt das Bild von zu hohen Erwartungen. Aus unserer Sicht kommt hinzu, dass Deere aufgrund des Abwärtstrends in der Branche künftig weniger Cash-Flow für Aktienrückkäufe zur Verfügung steht, was den Kurs ebenfalls belasten könnte. Auf den ersten Blick erscheint die Aktie von Deere mit einem KGV von 16 attraktiv gepreist. Angesichts des anhaltend trüben Umfelds – wir rechnen beim Ebit in diesem und kommendem Jahr mit Abschlägen von 34% bzw. von 6% – erscheint uns die Aktie des Landmaschinenherstellers dennoch zu hoch bewertet. Investierte Anleger sollten die Aktie verkaufen.
Konklusion:
Der Landmaschinenhersteller enttäuscht mit seinen Quartalszahlen auf ganzer Linie. Die Aussichten sind zudem nicht rosig und die Erwartungen der Anleger noch zu hoch. Verkaufen!