+11.66%
YTD 2026
+15.08%
Jahr 2025
+23.37%
Jahr 2024
+12.28%
Jahr 2023
-6.63%
Jahr 2022

DAX-Familie

Wir hatten in Ausgabe 35/2020 auf den Reformbedarf in der DAX-Familie der Deutschen Börse hingewiesen. Neben einer Erweiterung der Aufnahmekriterien in die erste Börsenliga verwiesen wir auch auf die Möglichkeit, dass der Deutsche Aktienindex deutlich vergrössert werden könnte. Ende September kam der Arbeitskreis „Aktiendizes“ der Deutschen Börse zusammen, umbetreffende Reformen einzuleiten.
Nun liegen die Vorschläge des Arbeitskreises auf dem Tisch:
– Die Zusammensetzung aller Auswahlindizes – auch des DAX – soll künftig im 6-Monats-Rhythmus regulär überprüft werden.
– Nur noch Berücksichtigung der Free-Float-Marktkapitalisierung; somit Verzicht auf das bisherige zweite Kriterium Börsenumsatz.
– Im Gegenzug soll eine bestimmte Mindestliquidität eingeführt werden. Diese ist allerdings so tief angesetzt, dass derzeit lediglich um die 20 Unternehmen des nahezu 300 Werte umfassenden Universums daran scheitern würden.
– Fristgerechte Vorlage eines testierten Jahresberichts; bei Nichterfüllung Sanktion durch Fast Exit.
– Nachweis eines Prüfungsausschusses im Aufsichtsrat;
ansonsten ist keine Indexmitgliedschaft möglich.
– Unternehmen mit Umsätzen von mehr als 10% im Bereich „kontroverser Waffen“ können ebenfalls nicht Mitglied eines Index der Dax-Familie sein.
Für die Aufnahme in den DAX kommen hinzu:
– Nachweisliche Profitabilität.
– Fristgerechte Vorlage von Quartalsberichten; bei Nichterfüllung Sanktion durch Fast Exit.
Zudem schlägt der Arbeitskreis vor, den DAX von 30 auf 40 Werte zu erweitern und im Gegenzug den MDAX von 60 auf 50 Titel zu verkleinern.
Die Marktteilnehmer haben nun im Rahmen einer Marktkkonsultation die Möglichkeit, zu den Vorschlägen Stellung zu nehmen – auch über die DAX-Erweiterung. Diese Phase läuft bis zum 4. November 2020. Am 23. November, so die bisherige Planung der Deutschen Börse, sollen dann die entsprechenden Entscheidungen und damit das neue Indexregelwerk verkündet werden.

Konklusion:
Die Vorschläge gefallen uns mehrheitlich. Lediglich der Ausschluss von kritischen Waffenunternehmen sowie der tiefe Ansatz bei der Mindestliquidität missfallen uns etwas.