Die Schweizer Wirtschaft ist in den Sommermonaten nicht vom Fleck gekommen. Laut Angaben des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) stagnierte das Schweizer BIP im dritten Quartal im Vergleich zum Vorquartal bei 0.0%. In den beiden Vorquartalen war das BIP noch um ansehnliche 0.6% bzw. 0.3% gewachsen – vor allem auch, weil sich zahlreiche Unternehmen von der starken Frankenaufwertung zu Beginn des Jahres 2015 erholt hatten. Damit folgt die Schweiz der Entwicklung beim wichtigsten Handelspartner Deutschland. Dort hatte sich das BIP-Wachstum im dritten Quartal auf 0.2% im Vergleich zum Vorquartal halbiert. In der Eurozone wuchs das BIP in Q3 um 0.3%.
Trotz des enttäuschenden Wachstums gibt es unserer Ansicht nach keinen Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Denn die Schweizer Unternehmen blicken zunehmend optimistisch in die Zukunft, wie der jüngst veröffentlichte Einkaufsmanagerindex PMI der Credit Suisse belegt. Das Stimmungsbarometer stieg den vierten Monat infolge und erreichte mit 56.6 Punkten den höchsten Stand seit Februar 2014. Werte oberhalb der Schwelle von 50 Zählern deuten eine wirtschaftliche Expansion an. Doch nicht nur in der Schweiz, sondern auch auf globaler Ebene festigt sich ein zunehmend positiv werdendes Konjunkturbild, wie die Umfragen ergeben. Weder Brexit, noch die Wahl von Donald Trump zum nächsten US-Präsidenten oder die Ablehnung des Verfassungsreferendums in Italien schlagen derzeit auf die Stimmungsbarometer durch. Der globale, nach der Wirtschaftskraft gewichtete Industrie-PMI der amerikanischen Wall-Street-Bank JP Morgan ist im November auf ein Zweieinhalbjahreshoch von 52.1 Punkten gestiegen. Sehr erfreulich ist, dass von den 20 wichtigsten Industriestandorten lediglich Brasilien, Südafrika und Südkorea einen PMI unter der Wachstumsschwelle von 50 Zählern aufweisen.
Insgesamt setzt sich ein Bild zusammen, welches auf eine anziehende globale Konjunktur hinweist. In den USA stieg der PMI des Institute for Supply Management (ISM) im November von 51.9 auf 53.2 Punkte. Dieses Niveau vermittelt zwar noch keinen Boom, aber doch eine solide und robuste Konjunkturentwicklung in den USA – vor allem wenn bedacht wird, dass der PMI im August noch unter die Wachstumsschwelle von 50 gesunken war. In Europa sticht derzeit die schwedische Industrie hervor – dort stieg der PMI von 57.3 auf starke 58.4 Zähler. Aber auch in den Niederlanden, Deutschland, Österreich, Spanien und sogar in Italien zeigen die Stimmungsbarometer verstärkt nach oben. Die verbesserte Stimmung in der Eurozone deutet derzeit eine Wachstumsbeschleunigung auf 0.4% in Q4 an.
In Russland stieg der PMI auf 53.6 Punkte und erreichte damit den höchsten Stand seit fünf Jahren – dies spricht für unsere These, dass Russland die schwierigsten Zeiten hinter sich hat.
Konklusion:
Die Weichen für eine globale Wachstumsbeschleunigung im kommenden Jahr sind gestellt. An den Börsen wird der zunehmende Optimismus noch vom politischen Tagesgeschäft überschattet.