+11.66%
YTD 2026
+15.08%
Jahr 2025
+23.37%
Jahr 2024
+12.28%
Jahr 2023
-6.63%
Jahr 2022

Das geldpolitische Endspiel der EZB

Die hohen Erwartungen könnten enttäuscht werden
Im Vorfeld der entscheidenden Sitzung der EZB am Donnerstag (03.12. nach Redaktionsschluss) haben die europäischen Aktienmärkte nochmal aufs Gaspedal gedrückt. Positiv ist, dass der Index mittlerweile die charttechnisch wichtige 200-Tage-Durchschnittslinie nach oben hin durchbrochen hat, was den gegenwärtigen Aufwärtstrend noch verstärken sollte. Darüber hinaus bewegt sich der Index zwar am oberen Bollinger Band, allerdings hat er diese bisher noch nicht nach oben hin durchbrochen – denn ein Bruch dieser Begrenzung hätte die Wahrscheinlichkeit einer kurzfristigen, aber markanten Korrektur deutlich erhöht. Wir weisen nochmals auf die Möglichkeit hin, dass die EZB an ihrer Sitzung auch enttäuschen könnte und das laufende Wertpapierkaufprogramm nicht ausweiten könnte. Die Wahrscheinlichkeit dafür erscheint zwar gering – wir schätzen sie auf unter 15% – aber sie ist da. Denn die jüngsten Daten deuten darauf hin, dass sowohl die Kreditvergabe der Banken als auch die Inflation zuletzt angezogen haben. So stieg die Teuerung in Deutschland im November um 0.4%. Die EZB könnte zu dem Schluss kommen, dass die Ankündigung einer möglichen Ausweitung bereits genügend positive Effekte hervorgerufen hat. Allerdings würde das die Glaubwürdigkeit der EZB, deren Chef Mario Draghi gebetsmühlenartig die Bereitschaft zur Ausweitung betonte, vollständig unterminieren.
Unsere Prognosen für die verschiedenen Anlagehorizonte
Unser Basisszenario sieht eine zeitliche Ausweitung des laufenden EZB-Programms bis Ende 2017 und einen negativen Einlagezins vor. Ins diesem Fall sollten die Märkte – ähnlich wie im ersten Quartal dieses Jahres – die laufende Aufwärtsbewegung dynamisch fortsetzen. Kommt es gut zwei Wochen später in den USA zur ersten Leitzinserhöhung seit einem Jahrzehnt, dürften die Bären fürs Erste gänzlich vom Börsenparkett verschwinden. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass sowohl die EZB als auch das Fed die Erwartungen der Märkte enttäuschen, hat sich an allen Märkten reichlich Korrekturpotenzial in den letzten Wochen gebildet. Eine rasante Korrektur im Bereich zwischen 10% bis 15% kann in diesem Szenario (Wahrscheinlichkeit <15%) nicht ausgeschlossen werden.
Konklusion:
Wir haben unsere Absicherung kurzfristig flexibilisiert und den Stop-Loss zwischen 5% bis 10% unter dem aktuellen Kursniveau festgesetzt.