
„Das Auto der Zukunft wird elektrisch und emissionsfrei sein“. Es sind nicht die Worte eines Umweltaktivisten, sondern von Daimler-Chef Dieter Zetsche an einer Veranstaltung des CDU-Wirtschaftsrates. Daimler, die in den letzten Jahren von Erfolg zu Erfolg eilte, baut mit hoher Schlagzahl an der Zukunft des Konzerns. Im September will Daimler auf dem Pariser Autosalon ein neues elektrisches Langstreckenfahrzeug vorstellen mit einer Reichweite von 500 Kilometer. Laut Gerüchten plant der Konzern seine Elektroautos-Aktivitäten unter einer eigenen Submarke konzentrieren zu wollen. Bis zum Jahr 2020 will der Stuttgarter Autobauer im Bereich der Elektromobilität sechsstellig sein und die Angebotspalette an Elektroautos deutlich ausbauen. Die Planspiele sind ambitioniert – der Umbau des Konzerns dürfte wesentlich aggressiver ausfallen als Branchenbeobachter dies erwartet haben. Dies ist jedoch nötig, um die Wettbewerber – allen voran BMW und Tesla – auf Abstand zu halten. An der Börse ist dies alles jedoch noch weit entfernte Zukunftsmusik. Und im Hier und Jetzt plagen den Konzern andere Sorgen: Zwar rechnen wir auch für dieses Jahr mit sehr ordentlichen Verkaufszahlen (dank der noch jungen Produktpalette). Die Stimmung ist jedoch trübe in der Branche. Der Abgasskandal, der mittlerweile fast die gesamte Branche betrifft, ist noch lange nicht aufgearbeitet. Zudem orten wir in China und den USA nach Jahren des Booms eine deutlich nachlassende Nachfrage – trotz lockerer Kreditvergaben und sonstiger Steueranreize. In Europa dürfte der Markt hingegen weiter wachsen.
Konklusion:
Wir bauen unsere Risiken im EUR-Raum ab. Die Aussichten für Daimler mögen langfristig gut sein. Die Stimmung ist aber zu schlecht. Wir stufen Daimler von „Halten“ auf „Verkaufen“ zurück.