
Seit gut zweieinhalb Jahren kämpft der deutsche Autobauer Daimler gegen sinkende Gewinne. Im zweiten Quartal, so die vorläufigen Zahlen, schreibt der Autokonzern erneut ein operatives Minus von rund EUR 1.7 Milliarden. Das ist zwar schlecht. Aber immerhin noch besser als erwartet. Analysten hatten mit einem deutlichen höheren Fehlbetrag gerechnet. Auch der positive Free Cash Flow überraschte die Marktteilnehmer positiv. Dennoch sollten sich Anleger nicht blenden lassen. Der Stuttgarter Konzern steckt noch immer tief in der Krise – auch wenn angesichts der Pandemie das Schlimmste nun hinter Daimler liegen sollte. Für Konzernchef Ola Källenius beginnt nun die eigentliche Arbeit. Er muss den Konzern wieder auf Rendite bringen. Sein Plan: Weg mit den alten Ideen seines Vorgängers Dieter Zetsche, der Daimler zu einem Massenanbieter machen wollte. Der Ausflug ins untere Preissegment will Källenius beenden und sich künftig auf das margenträchtige Premiumsegment fokussieren. Marken wie AMG oder Maybach sollen gestärkt werden. Zugleich verschärft Daimler den Sparkurs – die Personalkosten sollen um EUR 2 Milliarden im Jahr gesenkt werden. Källenius, so unser Eindruck, will die Baustellen im Konzern endlich konsequent abarbeiten. Und Daimler schiebt eine Menge vor sich her: Die Produktion muss auf Marge getrimmt und fokussiert werden. Zudem wurden Zukunftstrends in der Branche lange Zeit nur stiefmütterlich behandelt. Hier gilt es, Tempo zu machen.
Konklusion:
Daimler will sich neu aufstellen – Marge statt Masse. Der Weg zum Erfolg wird für den Konzern aber sehr lang. Wir ziehen derzeit Investments in VW und BMW vor!