
Unser Depotwert Cembra Money Bank hat sich in einem schwierigen Geschäftsumfeld wacker geschlagen. Der Markt für Konsumkredite schrumpft kontinuierlich seit gut sieben Jahren. Dank Sparmassnahmen, einer erfolgreichen Digitalstrategie und einer Diversifikation des Geschäftsmodells ist es dem Marktführer jedoch gelungen, die Belas-tungen in sehr engen Bahnen zu halten. Unter dem Strich sank der Gewinn zwar auf CHF 143.7 Millionen Franken. Damit konnte der Rückgang jedoch auf 1% beschränkt und die Erwartungen der Analysten erfüllt werden. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie stieg von CHF 5.04 im Vorjahr auf CHF 5.10 im Jahr 2016 und lag damit am oberen Ende der bankinternen Guidance.
Das regulatorische Umfeld mit dem festgelegten Höchstzinssatz im Kleinkreditgeschäft ist für Cembra zwar eine geschäftliche Belastung, zugleich zwingt es das Unternehmen jedoch stärker zu diversifizieren. Entsprechend rückt das Kreditkartengeschäft immer stärker in den Fokus. Dabei spielt vor allem auch die Partnerschaft mit dem Detailhändler Migros eine tragende Rolle. 90% der mittlerweile ausgegebenen 727‘000 Kreditkarten gehen auf die Partnerschaft mit dem Detailhändler zurück, die jüngst frühzeitig bis 2022 verlängert wurde. Sollte Cembra weitere grössere Partnerschaften an Land ziehen, verspricht dies ein zusätzliches Wachstum. Daneben bleibt Cembra weiter auf der Suche nach geeigneten Übernahmezielen im Kerngeschäft und im Bereich zusätzlicher Dienstleistungen. Allerdings sind viele der potenziellen Akquisitionsziele aber entweder zu teuer oder stehen gar nicht zum Verkauf – ein Fakt, der sich nicht so schnell ändern dürfte. Für die Aktionäre hat Cembra zudem ein besonderes Geschenk. Cembra will künftig überschüssiges Tier-1-Kapital jenseits von rund 20% via ausserordentlichen Dividenden oder Aktienrückkäufen an die Aktionäre zurückführen. Die Zielquote für die ordentliche Dividende bleibt 60 bis 70% des Reingewinns. Für 2016 heisst dies, dass die Aktionäre eine Dividende von insgesamt CHF 4.45 CHF je Aktie erhalten sollen. Diese setzt sich zusammen aus einer höheren ordentlichen Dividende sowie einer ausserordentlichen Dividende von CHF 1.00 zur Ausschüttung von Überschusskapital. Bei einem Tier-1-Ziel von 18% beträgt das Überschusskapital immer noch CHF 76 Millionen, das für Akquisitionen oder Ähnliches verwendet werden soll. Aus unserer Sicht hat Cembra damit eine clevere Lösung gefunden, um einerseits ausreichend Pulver für Akquisitionen trocken zu halten und andererseits die Aktionäre an der sehr robusten Kapitalisierung profitieren zu lassen. Cembra rechnet für 2017 mit einem anhaltend schwierigen Umfeld. Der tiefere Maximalzinssatz für Konsumkredite dürfte sich negativ auf den Umsatz auswirken, was sich auch in den Erträgen niederschlagen wird.
Konklusion:
Unsere internen Trend- und Risikoindikatoren weisen auf weiter steigende Notierungen in den kommenden Wochen hin. Entsprechend empfehlen wir, die Aktie zu kaufen.