
Der kanadische Cannabishersteller hat mit seinen vor wenigen Tagen vorgelegten Zahlen für das erste Geschäftsquartal 2019/20 nicht überzeugt. Die Erlöse stiegen von CAD 22.8 Millionen im Vorjahr auf CAD 94.1 Millionen – dies entspricht zwar einem Wachstum von mehr als 300%. Allerdings hatten die Analysten die Messlatte im Vorfeld der Zahlen deutlich höher angelegt. Sie hatten im Schnitt mit einem Umsatzanstieg auf CAD 113.4 Millionen gerechnet. Enttäuschend entwickelte sich im vierten Quartal zudem das Kerngeschäft – der Verkauf von Cannabisprodukten. Die Erlöse lagen mit CAD 68.9 Millionen unter dem Vorquartalswert von CAD 71.6 Millionen. Auch mit Blick auf das Gesamtjahr blieb Canopy Growth hinter den Erwartungen: Der Nettoumsatz erreichte CAD 226.34 Millionen, womit die Analystenerwartung von CAD 244.8 Millionen deutlich verfehlt wurde. Zugleich bleibt bei Canopy Growth die Profitabilität ausser Reichweite. Im vierten Quartal stieg der Verlust unter dem Strich um rund 500% von CAD -54.3 Millionen auf aktuell CAD -323.36 Millionen bzw. CAD -0.98 je Aktie. Analysten hatten mit einem Minus von lediglich CAD 0.245 je Anteilsschein gerechnet. Gut CAD 130 Millionen des Verlustes standen jedoch nur auf dem Papier und im Zusammenhang mit der Struktur der Wandelanleihen des Unternehmens. Operativ resultierte dennoch ein Minus von CAD 174.5 Millionen, was wir vor allem auch auf die aggressive Expansionsstrategie des Unternehmens zurückführen. Damit summieren sich die Verluste auf Jahressicht auf CAD 670 Millionen nach einem Minus von CAD 54 Millionen im Vorjahr. Je Aktie ergibt dies CAD -2.57 nach CAD -0.4 im Vorjahr. Analysten hatten lediglich mit einem Verlust von CAD 1.67 je Anteilsschein gerechnet. Unter Dach und Fach ist zudem die geplante Übernahme des US-Cannabisproduzenten Acreage Holdings für USD 3.4 Milliarden. Die Aktionäre stimmten dem Deal zu. Nun fehlt noch die Genehmigung des höchsten Gerichts in British Columbia. Der Deal wird jedoch erst zu dem Zeitpunkt wirksam, wenn Cannabis in den USA vollständig legalisiert ist. Mit dem Kauf sichert sich Canopy einen breiten Zugang zum amerikanischen Markt. Wann der US-Markt aber vollständig legalisiert ist, ist derzeit noch nicht absehbar. Der Vorstandsvorsitzende von Acreage, Kevin Murphy, geht aber davon aus, dass es in zwei bis drei Jahren soweit sein dürfte.
Konklusion:
Die Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2018/19 sind nicht gerade ein Augenschmaus. Aber die langfristigen Aussichten sind – sofern Cannabis in den USA legalisiert wird – ausgesprochen gut. Anleger brauchen bei Canopy Growth Geduld und ein hohes Mass an Risikobereitschaft.