
Revolutionäre Schritte waren im Münchner Stammhaus des BMW-Konzerns noch nie angesagt. Entsprechend will der Vorstand auch das zweite Jahrhundert des Bestehens nicht mit radikalen Schritten einläuten, sondern mit punktuellen Anpassungen. Für BMW spielte der klassische Verbrennungsmotor noch auf Jahre hinaus die zentrale Rolle. Vor allem im margenstarken Oberklassesegment werden die Münchner auch in den kommenden Jahren mit neuen Modellen auf den Markt kommen. Für 2017 ist beispielsweise der Launch des neuen Oberklasse-SUV „X7“ geplant. Zugleich ist man sich in der BMW-Zentrale jedoch im Klaren darüber, dass neue Technologien und neue digitale Dienste das klassische Autogeschäft in den kommenden Jahren verändern werden. Einerseits will und muss BMW der wachsenden Nachfrage nach alternativen Antriebsmodellen Rechnung tragen. E-Mobility ist einer der grossen Trends in der Branche. Die Münchner Autobauer wollen dabei nicht nur weitere Plug-In-Modelle auf den Markt bringen, sondern auch die Entwicklung der Wasserstoff-Brennzellen-Technologie forcieren. Ein erstes massentaugliches Fahrzeug mit dieser Technologie will BMW im Jahr 2025 an seine Kunden verkaufen. Andererseits zollt BMW auch dem absoluten Zukunftsthema „autonomes Fahren“ Rechnung. Denn mit Alphabet oder Apple drängen finanzstarke branchenfremde Unternehmen auf den Markt. Sie dürften den etablierten Autobauern das Leben spürbar schwermachen. BMW plant unter dem Namen i2.0 diesen Bereich weiter zu entwickeln und sich zudem an aussichtsreichen Start-Ups zu beteiligen. Aus unserer Sicht wird langfristig entscheidend sein, wie sich die klassischen Automobilbauer diesem neuen Feld anpassen können. Zwar verfügen sie durch ihre Stellung über eine grosse Marktmacht, jedoch hinken sie in zahlreichen Punkten der Technologiekonkurrenz meilenweit hinterher. Wir gehen davon aus, dass sich das Gesicht der Branche langfristig stark ändern wird. Vor allem dürften grosse Joint Ventures zwischen klassischen Autobauern und grossen Technologiekonzernen das Bild prägen. Geschäftlich dürfte BMW mit Blick auf die kommenden zwei Jahre – ungeachtet der grossen Tech-Themen – auf der richtigen Spur sein. Der Konzern erwartet für 2016 neue Bestmarken bei den Auslieferungen und dem Vorsteuerergebnis. Allerdings dürften der scharfe Preiswettbewerb und Investitionen in neue Technologien die Ergebnisentwicklung etwas drücken. Für 2017 rechnet der Autokonzern mit einer Umsatzrendite vor Steuern von mindestens 10%.
Konklusion:
Neue Modelle im klassischen Autosegment sowie Investitionen in neue Technologien und Antriebe machen BMW fit für die Zukunft. Wir empfehlen, die Aktie zu kaufen.