+11.66%
YTD 2026
+15.08%
Jahr 2025
+23.37%
Jahr 2024
+12.28%
Jahr 2023
-6.63%
Jahr 2022

BMW

2017 war für den deutschen Autobauer erneut ein Rekordjahr, wie die veröffentlichten vorläufigen Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr zeigen. Das Münchener Unternehmen hat 2017 erstmals mehr als EUR 10 Milliarden Euro vor Steuern verdient und damit das achte Rekordjahr in Folge abgeschlossen. Der Überschuss kletterte – auch dank der US-Steuerreform, die EUR 977 Millionen in die Konzernkasse spülte – um mehr als ein Viertel auf EUR 8.7 Milliarden. Der Umsatz auf Konzernebene stieg um gut 5% auf mehr als EUR 98 Milliarden. Für das laufende Geschäftsjahr gab sich BMW verhalten optimistisch und rechnet damit, dass die Auslieferungen weiter leicht ansteigen werden. Konkrete Ziele nannte BMW nicht. Wir gehen davon aus, dass die Münchener bei der Vorlage des endgültigen Zahlenwerkes (21. März) auch detaillierte Finanzziele ausgeben wird. Auf operativer Ebene kann BMW somit überzeugen, obwohl 2017 ein Übergangsjahr war. Die 3er- und 5er-Reihe sowie der Geländewagen „X3“ durchlaufen ihre Modellwechsel. Zudem hinkt BMW in den USA dem Trend zu Geländewagen weiter hinterher. Die im vergangenen Jahr angekündigte „grösste Modelloffensive der Firmengeschichte“ kostete entsprechend viel Geld. Im vergangenen Jahr steckte BMW gut EUR 1 Milliarde mehr in die Forschung und Entwicklung und auch 2018 dürfte nochmals ein hoher dreistelliger Millionenbetrag anfallen. Neben der neuen 5er-Reihe legt BMW vor allem bei den Geländewagen nach. Mit dem kompakten „X2“ und dem extragrossen X7 kommen in diesem Jahr zwei komplett neue Modelle ins Programm. Zudem soll Ende des Jahres die neue 8er-Reihe lanciert werden, mit dem BMW die Vormachtstellung der Mercedes S-Klasse brechen will. Grosse Fortschritte erwartet BMW zudem im Segment der reinen Stromer und Plug-in-Hybride. Konnten die Münchener 2017 erstmals mehr als 100‘000 Fahrzeuge aus diesem Segment verkaufen, rechnet das Management für 2018 mit einem Anstieg auf ca. 140‘000 verkaufte Fahrzeuge. Angesichts der anstehenden Produktoffensive sollte bei den Münchenern eigentlich grössere Zuversicht herrschen. Doch BMW fährt angesichts des drohenden Handelskrieges zwischen den USA und dem Rest der Welt auf Sicht. Wie Konzernchef Harald Krüger mehrfach betonte, brauche das BMW-Geschäftsmodell einen freien Welthandel. Sollten die USA in den kommenden Wochen tatsächlich höhere Zölle oder Steuern auf die BMW-Limousinen der 5er- und 7er-Reihe erheben, wird dies schmerzhafte Folgen für die deutschen Werke haben. So wie BMW im Jahr 2018 vorerst auf Sicht fährt, müssen sich auch Anleger des deutschen Autokonzerns mit einer wachsenden Unsicherheit auseinandersetzen. Der drohende Handelsstreit wird die Aktie u.E. in den kommenden Wochen belasten. Investierte Anleger sollten sich mit einem Stopp-Loss bei EUR 80 gegen weitere Kursverluste absichern.
Konklusion:
Wir rechnen auf mittelfristige Sicht mit neuerlichen Kursverlusten. Der drohende Handelskrieg dürfte die operativ guten Aussichten überschatten. Setzen Sie den Stopp-Loss bei EUR 80!