
Anleger haben mit Gewinnmitnahmen auf die vor wenigen Tagen vorgelegten Q2-Zahlen reagiert. Denn anders lässt sich der Kurstaucher am Tag der Zahlenpublikation kaum erklären. Der Zahlenkranz unseres Depotwerts (Europa Nebenwerte) war ordentlich und zeigte, dass Bechtle zu den Gewinnern der Coronakrise zählt. Im zweiten Quartal konnte der Dienstleister den Umsatz trotz der Pandemie und des wirtschaftlichen Stillstands um 3.9% auf EUR 1.3 Milliarden ausweiten. Das operative Ergebnis auf Stufe Ebit ging um 4.3% auf EUR 60 Millionen in die Höhe und der Reingewinn kletterte 4.1% auf EUR 40.8 Millionen. Neben gut laufenden Geschäften verbesserten auch Kostensenkungsmassnahmen angesichts der Pandemie die Profitabilität. Der positive Trend des ersten Semesters hat sich nach Angaben von CEO Thomas Olemotz auch im Juli fortgesetzt. Die sich durch die Krise massiv beschleunigende Digitalisierung der Gesellschaft spielt dem IT-Dienstleister in die Hände. Zudem steht der mittlerweile EUR 6.7 Milliarden schwere Konzern – Bechtle gehört damit zu den 50 grössten Börsenunternehmen in Deutschland – auf einem soliden Finanz-Fundament. Die Liquidität belief sich Ende des zweiten Quartals auf EUR 237 Millionen, die Eigenkapitalquote liegt bei ordentlichen 42.7%. Zudem verfügt der Konzern über nicht genutzte Kreditlinien in dreistelliger Millionenhöhe. Bechtle hat damit genügend Reserven, um seine aggressive Akquisitionspolitik der Vorjahre fortzusetzen.
Konklusion:
Bechtle gehört zu den Gewinnern der Coronakrise. Investierte Anleger sollten kein Papier des IT-Dienstleisters aus der Hand geben. Kurzfristig ist die Luft für weitere Kursgewinne aber dünn.