
Im Zuge der markanten Kursrallye, welche die Aktie von Bechtle nach dem Crash im Februar/März dieses Jahres hingelegt hat, scheint mit dem vor wenigen Tagen erreichten Allzeithoch bei EUR 156.30 der zwischenzeitliche Höhepunkt erreicht worden zu sein. Die Luft für weitere Kursgewinne scheint nun deutlich dünner geworden zu sein. Auch das Unternehmen tritt nun auf die Euphoriebremse: Nach einem sehr starken Jahresauftakt erwartet die Konzernführung nur ein «verhaltenes zweites Quartal». In den ersten drei Monaten hätten Kunden vor allem arbeitsplatzbezogene Investitionen vorgezogen, um die Arbeitsabläufe im Falle eines Lockdown aufrechterhalten zu können. Grössere IT-Projekte, die einen längeren Vorlauf bedürften, seien hingegen aufgeschoben worden, wie die Auftragseingänge im April zeigten, heisst es von Seiten des Unternehmens. Zudem mache sich nun auch der Lockdown in China – zeitlich verzögert – bemerkbar. Rund 70% der IT-Hardware werde im Reich der Mitte gefertigt. Bis die Teile in Europa ankommen, vergehen acht Wochen. Dies spüren nach Aussagen von CEO Thomas Olemotz nun die IT-Dienstleister. Wir erwarten, dass sich der Geschäftsgang bei Bechtle im weiteren Jahresverlauf spürbar abkühlt – auch weil Investitionen von Unternehmen in die IT aufgrund der Unsicherheiten aufgeschoben werden. Wir nehmen dies zum Anlass, die Aktie auf «Halten» zurückzustufen!
Konklusion:
Die Aktie scheint uns für den Moment ausgereizt. Eine Sichtweise, welche auch durch den Konzern bestätigt wird. Bechtle ist ein Kandidat, um nun mögliche Gewinne abzuschöpfen!