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Bayer

Der deutsche Pharma- und Chemiekonzern durchlebt derzeit unruhige Zeiten. Die Übernahme des amerikanischen Saatgut- und Pestizidherstellers Monsanto kommt nicht richtig in Fahrt. Noch immer warten beide Konzerne auf das „Go“ von einigen wichtigen Aufsichtsbehörden. Vor allem in Brasilien lässt man sich bei der Prüfung des Deals Zeit. Immerhin kam vor wenigen Tagen endlich das grüne Licht aus den USA. Der Ausschuss zur Überprüfung ausländischer Investitionen in den USA hat keine nationalen Sicherheitsbedenken gegen den Deal erhoben – immerhin. Auch die Entscheidung der EU, die Zulassung des umstrittenen Monsanto-Unkrautvernichters Glyphosat für fünf Jahre zu genehmigen, war kein Erfolg. Die Zulassung sei viel zu kurz, hiess es. Auf den deutschen Konzern könnten nun noch weitere Unsicherheiten zukommen. Denn der Pharmakonzern hat in den USA einen Prozess wegen der Nebenwirkungen des Bayer-Medikamentes „Xarelto“ verloren. Eine Hiobsbotschaft für den Konzern – Xarelto ist der mit Abstand wichtigste Pharma-Umsatzbringer. Das Gericht sprach einer Frau einen Schadensersatz in Höhe von USD 28 Millionen zu. Zwar hat Bayer Rechtsmittel gegen das Urteil eingelegt. Aber der Rechtsstreit könnte zu einem neuen Damoklesschwert für den Konzern werden. Denn insgesamt werden nach amerikanischen Medienberichten 18000 Klagen im Zusammenhang mit den Nebenwirkungen von Xarelto erwartet. Mehrere Patienten, die mit dem Gerinnungshemmer Xarelto behandelt wurden, klagten im Verlauf der Behandlung über schwere Nebenwirkungen. Das Bayer-Medikament wird für Blutungen bis hin zu Todesfällen verantwortlich gemacht. Xarelto wird vor allem als Präventionsmedikament gegen Schlaganfall und Herzinfarkt verabreicht. Rund EUR 2.9 Milliarden konnte Bayer mit dem Medikament im vergangenen Jahr erlösen. Das entspricht gut einem Fünftel des Pharmaumsatzes von Bayer. Die weiteren Pläne sind hochtrabend. Bayer lässt derzeit prüfen, ob das Behandlungsfeld ausgeweitet werden kann. Zuletzt erhielt Xarelto die Zulassung zur Behandlung gegen die koronare Herzkrankheit. In der Spitze erhofft sich das Bayer-Management einen Umsatz von EUR 5 Milliarden. Branchenbeobachter schätzen, dass Xarelto im Jahr 2022 zu den sechs umsatzstärksten Präparaten auf dem Markt zählen könnte. Das Problem: Sollte Bayer vor den amerikanischen Gerichten weitere Niederlagen einstecken, so könnten sich die Zulassungsverfahren für neue Behandlungsfelder für Xarelto deutlich verzögern. Da zugleich im Jahr 2024 der Patentschutz für Xarelto ausläuft, läuft Bayer Gefahr, die das volle Umsatzpotenzial des Wirkstoffes nicht ausschöpfen zu können.
Konklusion:
Wir ziehen Investments in BASF vor. Für Bayer könnte das Gerichtsurteil in den USA zu Xarelto zu einem teuren Damoklesschwert werden. Investierte Anleger verkaufen den Titel.