
Überzeugende Zahlen hat unser Depotwert für das vierte Quartal vorgestellt. Der Umsatz kletterte im Schlussquartal dank steigender Öl- und Gaspreise und einem besseren Geschäft mit Katalysatoren, Bauchemikalien und Farben um 7% auf EUR 14.9 Milliarden. Der operative Gewinn auf Stufe Ebit stieg um 15% auf EUR 1.2 Milliarden, was sogar leicht über der Konsensprognose der Analysten lag. Unter dem Strich konnte der Gewinn auf gut EUR 689 Millionen fast verdoppelt werden. Mit Blick auf das Gesamtjahr war der Zahlenkranz allerdings von Minus-Vorzeichen geprägt, was aufgrund des schwierigen Umfelds auch in diesem Rahmen erwartet worden war. Im Gesamtjahr 2016 sackte der Umsatz um 18% auf EUR 57.5 Milliarden ab. Der Betriebsgewinn stagnierte bei EUR 6.3 Milliarden, während der Nettogewinn (nach Anteilen Dritter) auf EUR 4.1 Milliarden sogar leicht erhöht werden konnte. Vor allem die Zahlen für das vierte Quartal deuten an, dass BASF nach zwei Jahren mit rückläufigen Erträgen wieder auf Wachstumskurs ist. An der Börse wurde dieses Szenario bereits Anfang 2016 eingepreist: Die Aktie des deutschen Chemiekonzerns ist in den vergangenen 52 Wochen um über 50% gestiegen.
Ausblick ist zu konservativ
Wenig Begeisterung konnte hingegen der Ausblick des Unternehmens auslösen. Zwar stellte BASF-Chef Kurt Bock eine deutliche Umsatzsteigerung in Aussicht. Aber der Betriebsgewinn vor Sondereinflüssen soll sich 2017 nur leicht verbessern. Konkret dürfte BASF mit einem Umsatzanstieg von 5% und einer Ertragssteigerung von nur rund 1% rechnen. Zurückzuführen ist dies auf den schwachen Konjunkturausblick des Unternehmens. Zwar geht der Chemiekonzern von einer Belebung in den USA und einem Ende der Rezession in Brasilien und Russland aus. Er rechnet jedoch mit einer Abschwächung des Wachstums in der EU und in China. Und in diesen Regionen erzielt BASF immerhin rund zwei Drittel ihres Geschäfts. Wir gehen davon aus, dass sich BASF mit dem verhaltenen Ausblick angesichts der vielen politischen Unsicherheiten auf sicheres Terrain begeben will. Wir sind sowohl für Asien als auch die EU punkto Konjunkturentwicklung wesentlich optimistischer gestimmt. Entsprechend gehen wir davon aus, dass BASF im Lauf des Jahres 2017 seine Ziele noch deutlich nach oben anpassen wird. Wir rechnen mit einer Umsatzsteigerung im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Prozentbereich. Auch die Ertragsseite dürfte sich besser entwickeln (mittlerer einstelliger Prozentbereich). Dies könnte der Aktie in den kommenden Monaten noch reichlich Rückenwind geben.
Konklusion:
Mit dem verhaltenen Ausblick begibt sich BASF auf sicheres Terrain. Wir erwarten, dass die Prognosen des Unternehmens im Lauf des Jahres noch deutlich erhöht werden.