
Als wir vor wenigen Wochen BASF in unser Musterdepot aufnahmen, waren wir überzeugt, dass der Chemiekonzern zwar schlechte Quartalszahlen präsentieren würde, aber dennoch vergleichsweise optimistisch in die Zukunft blicken würde. Was das Unternehmen dann jüngst präsentierte, enttäuschte uns und viele Marktteilnehmer. Die Zahlen für das zweite Quartal 2020 lagen im Rahmen der Erwartungen. Die weltweiten Lockdowns prägten den Geschäftsgang deutlich. Der Umsatz sank um 12% auf EUR 12.7 Milliarden und das Ebit gar um 77% auf EUR 226 Millionen. Dies und Wertberichtigungen auf Wintershall Dea trieben den Konzern tief in die roten Zahlen. Unter dem Strich resultierte ein Verlust von EUR 878 Millionen. Dass wirklich bedenklich war jedoch, dass die Konzernleitung weiter keinen Ausblick wagt und sogar die Markterwartungen noch deutlich dämpfte. Denn im laufenden dritten Quartal zeichne sich laut CEO Martin Brudermüller „keine wesentliche Verbesserung“ des operativen Ergebnisses ab. Am Markt ist man gewohnt, dass das Management bei seinen Geschäftsausblicken eher konservativ agiert. Aber diese Prognose war dann doch enttäuschend schwach und zeigt, wie rau das Marktumfeld für konjunktursensitive Unternehmen ist. Wir sind zwar von den langfristigen Aussichten des Konzerns überzeugt, kurz- bis mittelfristig wird BASF aber kaum neue Impulse setzen können, was das Kurspotenzial deutlich beschränkt.
Konklusion:
Schlechte Quartalszahlen und ein schwacher Ausblick dürften das kurz- bis mittelfristige Kurspotenzial von BASF beschänken. Wir stufen den Titel daher auf „Halten“ zurück.