
Der Schoggi-Konzern hat in den vergangenen 18 Monaten gleich von mehreren Faktoren profitieren können. Einerseits waren die Preise für Kakao-Bohnen tief und andererseits konnte Barry Callebaut im ersten Semester des Geschäftsjahres 2017/18 das Absatzvolumen um satte 8% ausweiten, was deutlich über dem Branchendurchschnitt von 2.5% lag. Wir gehen jedoch davon aus, dass Barry Callebaut den Zykluszenit bereits überschritten hat. Die Preise für Kakao-Bohnen sind seit dem Jahreswechsel 2017/18 markant gestiegen (+25%), was die Margenentwicklung in den kommenden Quartalen dämpfen dürfte. Zumal wir auch punkto Wachstum in den kommenden Quartalen mit einer Normalisierung in Richtung des Branchendurchschnitts von 2% bis 3% rechnen. Gleichzeitig muss Barry Callebaut mehr Finanzmittel aufwenden, um Wachstum zu generieren. Der Schoggihersteller kündigte bereits an, dass die Investitionen bis 2019 auf CHF 280 Millionen steigen werden. Wir hatten die Aktie in Ausgabe 47/2017 bei CHF 1‘923 wegen der sich damals schon absehbaren Wachstumsverlangsamung auf „Verkaufen“ zurückgestuft – eine Empfehlung, die wir trotz der seitdem gesehenen Kursrückgänge (ytd: -14%) nochmals bekräftigen. Die Aktie erscheint uns vor allem im Vergleich zu Wettbewerbern nach wie vor deutlich überbewertet. Erst im Bereich zwischen CHF 1‘500 bis CHF 1‘550 sehen wir einen fairen Preis für die Callebaut-Aktie.
Konklusion:
Der Schoggihersteller hat unseres Erachtens sowohl punkto Wachstum als auch punkto Profitabilität den Zykluszenit überschritten. Die Aktie ist daher deutlich überbewertet. Verkaufen Sie!