
Wir haben in den vergangenen 24 Monaten mehrfach vor der Entwicklung auf dem amerikanischen Autokreditmarkt gewarnt. Anscheinend zurecht, wie die Entwicklung bei der spanischen Grossbank Banco Santander zeigt. Im vierten Quartal muss die Bank, die durch die Mehrheitsbeteiligung an Drive Financial Services im Jahr 2016 verstärkt im US-Autokreditmarkt tätig ist, eine Wertberichtigung in Höhe von USD 710 Millionen vornehmen. Vor allem der Wert des Geschäfts mit Autokrediten wurde kräftig nach unten korrigiert. Erst in diesem Monat hat die Bank ihren Anteil an Drive Financial Services auf 68% erhöht – mit der bitteren Erkenntnis, dass die Wertansätze nicht mehr zu rechtfertigen sind. Trotz der beachtlichen Abschreibung wird die Kapitalbasis der Banco Santander nach eigenen Angaben nicht in Mitleidenschaft gezogen. Auch hält die Bank an ihren Plänen fest, die Dividende in diesem und im kommenden Jahr zu erhöhen. Ähnlich der Subprime-Krise auf dem US-Immobilienmarkt zur Mitte des vergangenen Jahrzehnts, droht auf dem Subprime-Markt für Autokredite eine höhere Ausfallrate. Gut USD 51 Milliarden Dollar wurden als Kredite an Kunden mit schlechter Bonität allein im zweiten Quartal 2017 vergeben. Inzwischen steckt mehr als jeder neunte Amerikaner wegen seines Autos in Kreditschwierigkeiten. Es muss mit weiteren Abschreibungen gerechnet werden, wobei wir vor allem bei reinen Autofinanzierern grössere Gefahren sehen.
Konklusion:
Die Banco Santander dürfte die Wertberichtigung von USD 710 Millionen – vor allem auf das US-Autokreditgeschäft – verkraften. Aber es könnte ein Vorbote einer neuen Krise im US-Kreditgeschäft sein.