+11.66%
YTD 2026
+15.08%
Jahr 2025
+23.37%
Jahr 2024
+12.28%
Jahr 2023
-6.63%
Jahr 2022

AT&T

An der Börse läuft es für den amerikanischen Telekomkonzern seit Beginn des Jahres nicht gut. Am Tiefpunkt Anfang September notierte der Titel über 15% unter dem Niveau zum Jahreswechsel 2016/17. Dabei sind die Aussichten für den Konzern keineswegs düster. Im Schnitt rechnen Analysten für das kommende Jahr mit einem einstelligen prozentualen Wachstum im mittleren Bereich beim Ebit und einem niedrigen einstelligen prozentualen Wachstum beim Ertrag pro Aktie – das mag auf den ersten Blick nicht gerade nach einer Wachstumsstory klingen. Bei einem Multimilliarden schweren Konzern ist dies aber dennoch durchaus beachtlich. Zugleich ist die Aktie mit einem KGV von gerade 12.7 auf Basis des für 2018 erwarteten Gewinns sowohl im Branchenvergleich als auch im Verhältnis zum Gesamtmarkt günstig bewertet. Vor allem im Mobilfunkgeschäft, wo derzeit vor allem T-Mobile US mit einem sehr starken Wachstum von sich zu reden gibt, fährt der AT&T-Konzern eine nachhaltigere Strategie als so manche Wettbewerber. Während beispielsweise der Konkurrent Sprint seine Services Neukunden für ein Jahr gratis anbot, setzt AT&T mit mehr Content dagegen und bietet seinen Mobilkunden seit einiger Zeit ein Video-Entertainment-Paket an. Ein Angebot, welches von den Kunden gerne angenommen wird, wie der Kundenzuwachs in den letzten Quartalen verdeutlicht. Ein Meilenstein könnte zudem die Zusammenarbeit mit Oracle sein. Es geht dabei um die Auslagerung von AT&T-Datenbanken in die Cloud von Oracle. Ziel ist es nun, bis zum Jahresende 55% und bis 2020 rund 75% der Kern-Netzwerkfunktionen zu virtualisieren. Die Auslagerung der Datenbanken in die Cloud soll dazu beitragen, Informationssilos aufzulösen, dadurch grössere operative Effizienz zu erlangen und mehr Freiraum für das Entwickeln innovativer Produkte und Dienstleistungen zu schaffen. Dass die Aktie in Anlegerkreisen dennoch nicht auf Gegenliebe stösst, führen wir vor allem auf die geplante Milliarde für Time Warner zurück. Angesichts der ohnehin hohen Schuldenlast des AT&T-Konzerns würde dieser milliardenschwere Zukauf die Lage weiter verschlechtern. Um die Akquisition etwas schmackhafter zu machen, scheint der Mobilfunkkonzern nun über den Verkauf seiner Pay-TV-Aktivitäten in Lateinamerika nachzudenken. Gemäss amerikanischen Medienberichten hofft AT&T, rund USD 8 Milliarden durch den Verkauf einnehmen zu können. Angeblich haben Liberty Global und Telefonica bereits ein gewisses Interesse am Pay-TV signalisiert.
Konklusion:
Die Übernahme von Time Warner belastet die Kursperformance seit Monaten. Sie ist zwar teuer, aber vor dem Hintergrund des digitalen Wandels notwendig. Anleger sollten die Schwächephase aussitzen.