
Unser Depotwert hat mit den jüngst vorgelegten Zahlen für das Geschäftsjahr 2016 die Erwartungen übertreffen können. Der Umsatz des Chip-Anlagenbauers stieg im abgeschlossenen Geschäftsjahr – trotz geringerer Stückzahlen – um 8% auf EUR 6.8 Milliarden. Unter dem Strich wurde das Ergebnis um 6% auf EUR 1.8 Milliarden ausgeweitet. Bei beiden Eckdaten konnte ASML damit die Erwartungen der Analysten schlagen. Ein zusätzliches Leckerli für die Aktionäre ist die angekündigte Dividendenerhöhung: Für das abgeschlossene Geschäftsjahr sollen die Investoren EUR 1.20 pro Aktie erhalten – ein Plus von starken 14% gegenüber der Vorjahresdividende.
Eine Branche im Umbruch
ASML geht mit geschwollener Brust ins neue Geschäftsjahr und erwartet für das erste Jahresviertel einen Umsatz von EUR 1.8 Milliarden. Zudem soll die Brutto-Marge auf das Rekordniveau von 47% steigen. Aber auch die darüber hinausgehenden Aussichten sind sehr attraktiv. Denn die Halbleiterbranche durchläuft einen starken Wandel, der die Geschäfte des niederländischen Anlagenbauers mittelfristig unterstützen sollte. Während das klassische PC-Geschäft an Wichtigkeit verliert und auf dem Mobilfunkmarkt ein gewisser Sättigungspunkt erreicht ist, dürfte der noch am Anfang stehende nächste Digitalisierungsschritt der Gesellschaft das Halbleitergeschäft neu entflammen. Die Vernetzung der Produktion (Industrie 4.0), autonomes Autofahren, die zunehmende Robotik, Wearables und das Cloud-Computing benötigen immer leistungsfähigere Chips und sind langfristige Wachstumstreiber. Gemäss Angaben der Semiconductor Industry Association dürfte der Chipmarkt – nach einem Umsatzrückgang von 1% im Jahr 2016 – im laufenden Jahr wieder wachsen. Der Branchenverband rechnet mit einem globalen Umsatzanstieg von 3.3% auf USD 346 Milliarden im laufenden und einem Erlöswachstum von 2.3% auf USD 354 Milliarden im Jahr 2018. Um die Dimension dieser Entwicklung zu verdeutlichen: Die ranghöchsten Fachleute des Weissen Hauses haben Ende des vergangenen Jahres ausdrücklich dazu angeregt, sich auf ein Leben vorzubereiten, in dem künstliche Intelligenz eine dominante Rolle spielt.
ASML ist sehr gut positioniert, um von dem neuerlichen – wenn auch vergleichsweise kleinen – Boom in der Chipindustrie zu profitieren. Wir liegen dabei mit unseren Schätzungen am oberen Ende der Prognosebänder und erwarten zum Beispiel beim Ebit EUR 2.0 Milliarden und mehr. Die Aktie erscheint anhand der klassischen Bewertungskriterien mittlerweile zwar ambitioniert bewertet, dies wird jedoch durch die ansprechenden mittelfristigen Aussichten relativiert. Wir empfehlen, die Aktie mit einem Kursziel von EUR 142 zu kaufen.
Konklusion:
Trotz der vergleichsweise hohen Bewertung hat die Aktie ihr Aufwärtspotenzial noch nicht ausgereizt. Anleger sollten den Titel mit einem Kursziel von EUR 142 kaufen.