In den westlichen Industrienationen hat der Vermögenszuwachs im vergangenen Jahr deutlich abgenommen. In Westeuropa und den USA halbierten sich die Zuwachsraten im Vergleich zum Vorjahr auf 3.2% bzw. auf 2.4%. Dies zeigt der Allianz Global Wealth Report 2016. Am anderen Ende steht die Region Asien, wo der Vermögenszuwachs 2015 satte 14.8% betrug, womit die Region nicht nur die westlichen Industrieländer, sondern auch Lateinamerika und Osteuropa, wo 2015 der Vermögenszuwachs nur noch halb so hoch war wie in Asien, deutlich abgehängt hat. Mittlerweile entfallen auf die asiatischen Länder 18.5% der insgesamt EUR 155 Billionen globalen Brutto-Vermögens. Ihr Anteil hat sich seit der Jahrtausendwende mehr als verdreifacht und liegt mittlerweile sogar über dem Anteil der Eurozone (14.2%). Der Vermögenszuwachs in Asien hat dazu geführt, dass sich der Anteil der in Armut lebenden Bevölkerung in den vergangenen Jahren deutlich zurückgebildet hat. Zählten im Jahr 2000 noch 80% der asiatischen Gesamtbevölkerung zur „Vermögensunterklasse“, sind es mittlerweile nur noch 69%. Die Zahl der zur Mittelklasse zählenden Menschen ist in den vergangenen Jahren um 600‘000 auf über 1 Milliarde gestiegen, womit sich ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung von 10% auf gut 20% verdoppelt hat. Auch wenn Kritik an der Globalisierung in manchen Punkten gerechtfertigt scheint, so bestätigt sich jedoch, dass die globale Mittelklasse nicht nur zahlenmässig zulegt, sondern ihr Anteil an den globalen Vermögenswerten steigt. Auch wenn sich die prozentualen Zuwachsraten in den kommenden Jahren allein aufgrund des Basiseffektes zurückbilden sollten, bleibt der grundlegende Trend erhalten: Immer mehr Menschen steigen finanziell auf. Eine Entwicklung, die auch Anleger im Auge haben sollten. Denn mit dem steigenden Reichtum steigt zugleich auch das Bedürfnis nach Konsum. Und davon werden westliche Konzerne, die stark in der Region vertreten sind, weiter profitieren. Angesichts dessen halten wir an unserer Präferenz für globale aufgestellte Nahrungsmittelkonzerne fest. Um es „politisch unkorrekt“ auszudrücken: Auch Chinesen wollen nicht 365 Tage im Jahr nur Reis mit Poulet essen, sondern sie wollen auch am „Essensluxus“ des Westens teilhaben. Darüber hinaus spricht die Entwicklung auch für europäische Luxusproduzenten, die mit einer breiten Produktpalette in Asien punkten können. Vor allem im Bereich „Taschen“ und „Schmuck“ sehen wir weiter ein langfristig grosses Potenzial. Der weiter steigende Wohlstand wird zu einem nicht geringen Teil in die Branche fliessen. Kritischer sehen wir gegenwärtig die reinen Uhrenhersteller wie Swatch.
Konklusion:
Wir halten an unserer Präferenz für westliche Lebensmittelkonzerne fest. Sie gehören langfristig zu den Hauptprofiteuren des Vermögenswachstums in Asien.