
Am jüngsten Zahlenausweis lässt sich per se nichts aussetzen. Der Umsatz kletterte im vierten Geschäftsquartal um fast 20% auf USD 62.9 Milliarden, der Gewinn stieg um 32% auf USD 14.13 Milliarden. In der Summe konnte Apple die Erlöse im Geschäftsjahr 2017/18 gesamthaft um 16% auf USD 265.6 Milliarden erhöhen. Unter dem Strich verbuchte Apple einen Gewinnsprung in Höhe von 23% auf USD 59.5 Milliarden oder USD 11.91 pro Aktie. Damit konnte der Konzern die Konsensprognose der Analysten von USD 11.77 je Anteilsschein deutlich schlagen. Für leichte Ernüchterung sorgten jedoch die Verkaufszahlen für das neue Smartphone-Flaggschiffmodell: Während Analysten im Schnitt mit 48.8 Millionen verkauften iPhones gerechnet hatten, konnte Apple „nur“ 46.9 Millionen Stück verkaufen. Dafür lag der durchschnittliche Verkaufspreis von USD 793 deutlich über den erwarteten USD 729. Zudem fiel der Ausblick auf das wichtige Weihnachtsquartal leicht enttäuschend aus. Das Unternehmen stellt für das aktuelle Quartal einen Umsatz in Höhe von USD 89 Milliarden bis USD 93 Milliarden in Aussicht. An der Wall Street hatte man mit einem etwas optimistischeren Umsatzausblick gerechnet. Im Schnitt hatten Analysten für das erste Quartal 2018/19 einen Umsatz von USD 92.7 Milliarden erwartet. Apple fürchtet Produktionsengpässe. Er sei sich nicht sicher, ob Apple bei der Herstellung seiner neuen iPhones, iPads, Computer-Uhren und Mac-Rechner mit der erwarteten Nachfrage mithalten könne, gab Apple-Chef Tim Cook zu Protokoll. Für Unsicherheit sorgte zudem die Ankündigung von Apple, künftig im Rahmen der Quartalsberichterstattung keine Absatzzahlen für iPhone, iPad und Mac-PCs mehr zu veröffentlichen. „Die einzelne Verkaufseinheit ist für uns heute weniger wichtig“, begründete Finanzchef Luca Maestri den Schritt. Sie seien kein Gradmesser für Apples Erfolg. Wichtiger seien Umsatz, Gewinne und das innovative Ökosystem made in Cupertino. Apple will seine Aktionäre demnach zu einer neuen Perspektive auf den Konzern zwingen – Apple ist mehr als nur die Verkaufszahlen des iPhone. Einerseits hat Apple in der Tat neue finanzielle Standbeine neben dem iPhone-Geschäft aufgebaut. Andererseits kann die Ankündigung dahingehend gedeutet werden, dass sich Apple darauf einstellt, dass der Smartphone-Boom vorbei ist und die Verkaufszahlen in der Zukunft nur noch marginal steigen dürften. Anleger sollten sich nicht aus der Ruhe bringen lassen und die Apple-Aktie halten. Die nachbörsliche Reaktion auf die Zahlen und die Änderung in der Berichterstattung erscheint uns einmal mehr masslos übertrieben. Der Konzern steht ausgezeichnet da und auch der kurzfristige Ausblick ist absolut intakt. Die erwarteten Kursrückgänge könnten attraktive Einstiegslevels eröffnen.
Konklusion:
Die Apple-Aktie bleibt ein klarer Kauf. Der Konzern ist in einer ausgezeichneten Verfassung und lässt seine Aktionäre in zunehmendem Masse über die Dividenden daran teilhaben.