
Eine neue TV-Box, neue Smartwatches und zwei neue iPhone-Modelle – Apple hat mit den jüngst vorgestellten Produkten die Erwartungen des Marktes erfüllt. Vor allem das neue Flaggschiff-Modell „iPhone X“ hat es den Kommentatoren angetan. Die Entsperrung des Smartphones via Gesichtserkennung, das kabellose Aufladen, neue Kamerafunktionen und die damit einhergehenden erweiterten Möglichkeiten im Bereich „Augmented Reality“ (Vermischung von digitaler und realer Welt) sind zwar keine revolutionären Neuerungen. Aber Apple dürfte es einmal mehr schaffen, bereits Vorhandenes auf ein neues, höheres Niveau zu hieven. Dass Konsumenten für das neue Flaggschiff tief in die Taschen greifen müssen, war erwartet worden. In den USA kostete die billigste Variante USD 999, in der Schweiz müssen knapp CHF 1200 berappt werden. Ein stolzer Preis, der aber die Apple-Fans nicht abschrecken wird. Auch das neue iPhone wird massenhaft Käufer finden. Einzig der späte Produktlaunch könnte für Apple kurzfristig zum Problem werden. Die neuen Geräte kommen erst Anfang November in den Handel. Damit verpasst Apple das amerikanische Auftaktwochenende in das Weihnachtsgeschäft. Zudem dürfte es dem Konzern schwerfallen, die zu erwartende hohe Nachfrage im Weihnachtsgeschäft bedienen zu können. In den letzten Jahren war die erste Tranche neuer Produkte in den Läden schnell vergriffen – es dauerte jeweils mehrere Wochen bis Nachschub in ausreichender Zahl vorhanden war. Dies könnte bedeuten, dass sich die grosse Verkaufswelle bis weit ins erste Quartal 2018 ziehen könnte und die Umsatzzahlen für Q4/2017 nicht ganz so rosig ausfallen. Unter dem Strich wird Apple einen weiteren Verkaufsschlager landen. Einen wirklichen Coup könnte der Konzern aus Cupertino jedoch mit seiner neuen Uhrenlinie gelungen sein. Denn die Smartwatches von Apple, die mittlerweile zu den meistverkauften Uhren der Welt gehören, verfügen über einen Mobilfunkanschluss, womit man mit den Uhren – ohne Wlan und Smartphone – telefonieren kann. Dabei muss man weder eine SIM-Karte einschieben, noch hat man eine separate Telefonnummer. Die Apple Watch nutzt die Nummer des Smartphones (die Uhr unterstützt kein Roaming). Damit bietet Apple einen wirklichen Mehrwert für den Konsumenten und vollzieht zugleich den nächsten, logischen Schritt im Bereich der digitalen Kommunikation. Gemessen an der Attraktivität der neuen Produkte und dem damit einhergehenden Wachstumspotenzial erscheint uns die Aktie des Technologiekonzerns nach wie vor leicht unterbewertet. Wir erwarten, dass das neue iPhone X neue Verkaufsrekorde aufstellt und den Gewinn im kommenden Jahr im tieferen 20%-Bereich anheizen wird. Investierte Anleger halten den Titel.
Konklusion:
Die neuen Produkte werden das Wachstum hochhalten und zu einer abermaligen deutlichen Gewinnausweitung im kommenden Jahr führen. Die Aktie ist angesichts dessen leicht unterbewertet.