
Apple kann sich auf die Treue seiner Fans verlassen. Nachdem der Konzern in den Vorquartalen mit schwächeren Absatzzahlen und sinkenden Umsätzen zurechtkommen musste – erstmals seit Jahren – haben die Apple-Jünger im Weihnachtsquartal wieder kräftig eingekauft. Die Einführung der neuen iPhone-Modell-Reihe am Ende des dritten Quartals war ein voller Erfolg. Apple verkaufte im Weihnachtsquartal 78.3 Millionen iPhones – so viele wie noch nie. Der Umsatz stieg um 3.3% auf USD 78.4 Milliarden. Unter dem Strich verbuchte der Konzern aus Cupertino einen Gewinn von USD 17.9 Milliarden, was sowohl leicht unter den Analystenerwartungen und unter dem Vorjahres-Rekordergebnis von rund USD 18.4 Milliarden lag. Einmal mehr hat die Analystengilde die Treue der Applefans unterschätzt. Doch es gab in der Bilanz durchaus negative Aspekte, die Anleger beachten sollten. Erstens: Apple kämpft weiter mit deutlich schrumpfenden Absatzzahlen im wichtigen chinesischen Markt, wo der Konzern die meisten Telefone verkauft. Die Konkurrenz durch heimische Anbieter, die ihre Smartphones billiger anbieten, ist gross. Der Umsatz sank im vergangenen Quartal um satte 12% auf USD 16.2 Milliarden. Eine Wende ist derzeit nicht in Sicht. Zweitens: Dass die iPad-Verkäufe – wie schon in den Vorquartalen – weiter sanken (Umsatz: -22%; Stückzahl: -19%) überrascht wenig. iPads haben eine wesentliche längere Lebensdauer als Smartphone und werden entsprechend weniger häufig ersetzt. Andererseits kannibalisiert Apple mit seinen Gross-Display-Smartphones das Segment selbst. Was aber Fragen aufwirft, ist die Entwicklung der Umsatzentwicklung „Sonstiges“, in der Apple vor allem auch die Verkäufe der „Apple Watch“ verbucht. CEO Tim Cook sprach zwar von Rekordverkäufen im vierten Quartal. Der Spartenumsatz „Sonstiges“ sank jedoch um 8% um USD 4.02 Milliarden. Allerdings fallen in die Sparte auch die Verkäufe von Apple TV, das Apple zuletzt stark gepusht hatte, die Erlöse der sterbenden iPods oder der neuen Kopfhörer. Genaues weiss man nicht. Hier muss Cook endlich Klarheit schaffen. Insgesamt steigt durch die Entwicklung die Abhängigkeit von Apple von seinen Smartphones – diese machen mittlerweile fast 70% des Konzernumsatzes aus. Ein geschäftliches Klumpenrisiko. Damit ist der Konzern dazu verdammt, jedes Jahr ein neues Smarthone auf den Markt zu verwerfen, welches die Fans begeistert. Ein Drahtseilakt. Im Spätsommer wird wahrscheinlich zum 10jährigen Geburtstag des iPhones ein komplett überarbeitetes neues Smartphone auf den Markt gebracht, welches sich vor allem punkto Design von den Vorgängern der Reihen 6 und 7 absetzen muss. Angesichts dessen gehen wir davon aus, dass die Absatzzahlen in den kommenden zwei Quartalen wieder rückläufig sein werden. Kunden werden auf „the next big thing“ warten.
Konklusion:
Die Aktie ist trotz der jüngsten Erholung nach wie vor günstig bewertet und hat somit noch reichlich Luft nach oben. Der Launch des iPhone X dürfte ab Frühjahr die Fantasie der Anleger beflügeln.