+11.66%
YTD 2026
+15.08%
Jahr 2025
+23.37%
Jahr 2024
+12.28%
Jahr 2023
-6.63%
Jahr 2022

Anleihenrenditen steigen weltweit massiv

Der überraschende Ausgang der US-Präsidentschaftswahl hat nicht nur an den Aktienbörsen, sondern auch an den Devisen- und Anleihenmärkten zu unvorhergesehenen Bewegungen geführt. An den Devisenmärkten legte der Greenback gegenüber dem Euro und dem Yen eine regelrechte Rallye hin und notierte in beiden Fällen so hoch wie seit einigen Monaten nicht mehr. Ursprünglich hatten Analysten eine genau gegensätzliche Entwicklung prognostiziert. Das Szenario, welches dieser überraschenden Entwicklung zugrunde liegt, ist: Investoren erwarten, dass der künftige US-Präsident die Steuern senken und die staatlichen Investitionen erhöhen wird. Infolge dürfte die US-Wirtschaft schneller wachsen und die Inflation steigen. Dies wiederum bedeutet mit Blick auf die amerikanische Notenbank Fed, dass sie die Zinsen schneller anheben werde als bisher gedacht.
Wirklich beunruhigend ist jedoch die Entwicklung auf den internationalen Anleihenmärkten. Die Renditen sind seit der US-Wahl weltweit massiv gestiegen bzw. die Anleihenkurse sind eingebrochen. Denn aus Angst vor einer höheren Inflation stiegen zahlreiche Investoren Anfang dieser Woche schlagartig auf Aktien um. Gemäss Berechnungen der Bank of America Merrill Lynch sackte der Index für US-Bonds in der Woche nach den Wahlen um 1.9% ab – das war der grösste Wochenverlust seit dem Jahr 2009. Weltweit ging der Bond-Index um 1.2% zurück. Bis Mitte der Woche beliefen sich die summierten Buchverluste an den Anleihenmärk-ten auf nicht vorstellbare USD 1 Billion. Der Gesamtmarkt wird auf gut USD 100 Billionen geschätzt.
Ob bereits die „Grosse Rotation“ – also das massenhafte Umschichten von Anleihen in Aktien – begonnen hat, ist angesichts der postfaktischen Marktverfassung noch nicht beschlossen. Sollte sich der gegenwärtige Trend jedoch festigen bzw. durch einen Zinsschritt der US-Notenbank im Dezember sogar noch beschleunigt werden, könnte dies in der Finanzwelt für starke Unruhen sorgen. Denn Banken, Versicherer und Pensionsfonds haben riesige Anleihenberge in ihren Büchern. Und auch auf den Aktienmärkten droht Ungemach. Denn für die Bewertung von Aktien spielen Zinsen eine tragende Rolle. Ein Blick auf die Historie zeigt, dass sich bei solchen Bewegungen auch die Aktienmärkte nicht davon entziehen konnten. Sowohl 1987 als auch 1994 kam es innerhalb kurzer Zeit zu massiven Zinsanstiegen in den USA. In der Folge verzeichneten die Aktienmärkte teilweise herbe Verluste. Es braut sich unserer Ansicht nach auch im aktuellen Marktumfeld einiges zusammen. Auch wenn wir uns wiederholen: Wenn der Abverkauf an den Anleihemärkten nicht gestoppt wird, haben auch die Aktienmärkte eine sehr schwere Zeit vor sich!
Konklusion:
Auf den globalen Aktien- und Anleihenmärkten braut sich Unheilvolles zusammen. Der jüngste Ausverkauf an den Anleihenmärkten könnte der Vorbote einer kräftigen Aktienmarktkorrektur sein.