+11.66%
YTD 2026
+15.08%
Jahr 2025
+23.37%
Jahr 2024
+12.28%
Jahr 2023
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Jahr 2022

Anleihen - Ausblick 2020

In den USA und Europa hat sich der Markt für Staatsanleihen seit der Finanzkrise vor mehr als zehn Jahren grundlegend geändert. Fragten bis zur Finanzkrise vor allem private Investoren die vergleichsweise sicheren Wertpapiere nach, wurde deren Bedeutung durch die ultralockere Geldpolitik der Notenbanken zunehmend marginalisiert. Es sind die Notenbanken, welche den Markt machen. Zur Verdeutlichung: 2007 hielten die Notenbanken der USA, GB, der Eurozone und Japan gesamthaft Staatsanleihen im Volumen von rund USD 1‘000 Milliarden. Mittlerweile sitzen die vier grossen Notenbanken auf einem Staatsanleihen-Exposure im Volumen von unvorstellbaren USD 10‘000 Milliarden. Zugleich ist aber auch die Kritik am Vorgehen der Notenbanken gewachsen. Denn mittlerweile schliessen selbst Bondsexperten nicht mehr aus, dass dereinst sogar 10-jährige US-Treasuries negative Renditen abwerfen – die Staatsgründer der USA würden sich im Grabe umdrehen. Private Anleger stehen damit auch 2020 vor einem Dilemma – sie können nur auf Kursgewinne der Bonds hoffen; positive Renditen werden Bonds aller Wahrscheinlichkeit nach auch im kommenden Jahr nicht abwerfen! Zumal eines nicht vergessen werden sollte: Zum Ende der Laufzeit tendieren Anleihen in ihrer inneren Logik nach gegen 100% – das ist die Natur einer Anleihe. Es drohen bis dahin grosse, erschreckend grosse Kursrückschläge. Anleger, welche diese Anlageklasse meiden können, sollten dies auch tun. Staatsanleihen aus dem Euro- sowie dem US-Dollar-Raum erscheinen uns bis auf Weiteres unattraktiv. Attraktiver scheinen uns gegenwärtig Staatsanleihen aus den Schwellenländern in Asien in Lokalwährungen. Wir rechnen 2020 nicht mit grösseren Verwerfungen an den Währungsmärkten und einem tendenziell schwächer werdenden US-Dollar. Wir sehen dort nur geringe Ausfallrisiken, gute Ratings sowie eine überschaubare Verschuldung. Zugleich bieten die Länder noch einen vergleichsweise attraktiven Zins. Zurückhaltend sind wir hingegen bei Staatsanleihen aus Lateinamerika. Argentinien, so unsere Befürchtung, dürfte erneut in einen Default rasseln. Hinzu kommen die sozialen Spannungen, die in den vergangenen Monaten immer wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen geführt haben.

Konklusion:
Der Markt für Staatsanleihen in der Eurozone und den USA ist durch das Eingreifen der Notenbanken nachhaltig stark verzerrt und bietet keine attraktiven Chancen. Anleger müssen nach Asien ausweichen!