Jetzt sitzt er also an den Schalthebeln der wichtigsten Volkswirtschaft der Welt. Seit vergangenem Freitag ist Donald Trump offiziell der 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Mehr als populistische Slogans hat er bisher nicht von sich gegeben – keine Pläne, keine Details, wie er seine hochgesteckten Ziele eigentlich erreichen will, ohne dabei die Rolle der USA in politischer und wirtschaftlicher Hinsicht zu schwächen. Natürlich: Anleger sollten die Macht des neuen US-Präsidenten nicht unterschätzen. Aber sie sollten auch die zahlreichen Irrungen und Wirrungen, die der Präsident in den letzten Wochen und Monaten vor allem über den Kurznachrichtendienst Twitter von sich gab, nicht ohne Hinterfragen für bare Münze nehmen. Trump wird – wie so viele andere vor ihm – noch in der Wirklichkeit ankommen und erkennen, dass er sich in einem engen Netz bewegt, in dem unzählige Knotenpunkte miteinander harmonieren müssen, um die Stabilität des Netzes nicht zu gefährden. Investoren sind unseres Erachtens entsprechend gut beraten, wenn sie nicht jedem seiner Worte Taten am Aktienmarkt folgen lassen – das wäre reine Spekulation auf etwas, was der Präsident vielleicht in seiner egozentrischen Welt gerne machen würde, in Wirklichkeit aber so wahrscheinlich nie umsetzen kann.
Die Firmen-„Fundamentals“ zählen
Wir empfehlen, dass sich Anleger weniger auf das politische Gepolter konzentrieren sollten, als vielmehr auf die wesentlichen Dinge, die an der Börse wichtig sind. Unternehmen, die mittel- bis langfristig für Aktionäre einen Mehrwert generieren und bereits bewiesen haben, dass sie sich in einer sich verändernden Welt zurechtfinden. Roche, Novartis, Geberit, LafargeHolcim, Lindt&Sprüngli, Swisscom oder Zurich Insurance sind nur eine kleine Auswahl von Unternehmen, die nicht nur seit vielen Jahrzehnten erfolgreich arbeiten, sondern schwierige Umfelder durchschifft haben. Wer also glaubt, dass die kommenden vier Jahre durch ein politisch getriebenes „Auf und Ab“ geprägt werden, sollte genau auf jene Unternehmen setzen. Bei leichten oder schweren Marktverwerfungen – die durch den neuen US-Präsidenten deutlich wahrscheinlicher geworden sind – dürften sich diese Aktien vergleichsweise ruhig entwickeln. Zudem bieten Firmen ein langfristiges Aktienkurspotenzial, die stark in langfristigen Trends gut positioniert sind (Digitalisierung, Industrie 4.0, Künstliche Intelligenz, Ausbau des neuen Mobilfunkstandards 5G) und somit geschäftlich von den politischen Wirrungen relativ unabhängig sind.
Konklusion:
Die Worte von US-Präsident Donald Trump sollten nicht auf die Goldwaage gelegt werden. Investoren sollten langfristig auf Unternehmen setzen, die einen wirklich Aktionärs-Mehrwert bieten.