
Mit dem vor gut einer Woche verhängten Einreiseverbot für Menschen aus sieben muslimisch geprägten Ländern hat US-Präsident Donald Trump nicht nur auf politischer, sondern auch auf wirtschaftlicher Ebene für Unruhe gesorgt. Denn, wenn solche Verbote auch die hohe Management-Ebene eines Konzerns betreffen, dann wird deutlich, wie brandgefährlich Trumps Politik sowohl in politischer als auch wirtschaftlicher Hinsicht ist. Die Wall-Street-Legende George Soros warnt seit geraumer Zeit vor dem neuen Präsidenten und dessen Holzhammer-Politik. Soros hält den US-Präsidenten für einen Möchtegern-Diktator und ist überzeugt, dass die anfängliche Euphorie an den Börsen schon bald verfliegen wird. Er sieht eine Phase grosser Unsicherheit aufkommen und dies ist für die Börse bekanntlich Gift. Der S&P500 stemmt sich allerdings noch gegen diese skeptische Sichtweise. Vor gut einer Woche notierte der marktbreite amerikanische Aktienindex bei 2‘298 Zählern auf einem Rekordniveau. Anschliessende Gewinnmitnahmen drückten den Index in der Folge jedoch wieder deutlich unter das Rekordniveau. Noch kann sich der Index oberhalb der Anfang November 2016 ausgebildeten Aufwärtstrendlinie halten. Ein Bruch dieser Trendlinie, der zugleich mit dem Bruch der 20-Tage-Durchschnittslinie verbunden wäre, ist charttechnisch ein eindeutiges Verkaufssignal. Ein Rückgang in den Bereich um 2‘250 Punkte wäre wahrscheinlich. Ein Verkaufssignal hat jüngst auch der Stochastik-Indikator ausgebildet.
Unsere Prognose für die verschiedenen Anlagehorizonte
Wir halten über den gesamten Anlagehorizont an unserer negativen Sicht auf die amerikanischen Aktienmärkte fest. Hält Trump an seiner protektionistischen Politik fest, wird er die USA in die weltwirtschaftliche Isolation führen. Dass sich zahlreiche Länder in Lateinamerika, Asien und Europa seit der Wahl des neuen US-Präsidenten wesentlich gesprächsbereiter für Freihandelsabkommen untereinander zeigen, ist ein Zeichen dafür, dass sich die Welt nicht dem Joch des US-Diktats unterwerfen will, sondern nach alternativen Allianzen sucht. Was – unserer Meinung nach – mittel- bis langfristig zu einer Stärkung Chinas führen wird. Darüber hinaus erscheinen uns Aktien mittlerweile als masslos überbewertet. Die Shiller P/E Ratio ist jüngst auf den höchsten Stand (28.27 Zähler) seit der Dotcom-Bubble gestiegen und nähert sich dem Niveau zu Beginn der grossen Depression Ende der 1920er Jahre bei gut 30 Zählern.
Konklusion:
US-Aktien sind so hoch bewertet wie seit der Dotcom-Blase nicht mehr. Gewinnpositionen sollten abgebaut werden. Wir haben unser Engagement in der zurückliegenden Woche deutlich zurückgefahren.