+11.66%
YTD 2026
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Jahr 2025
+23.37%
Jahr 2024
+12.28%
Jahr 2023
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Jahr 2022

Anleger reagieren überzogen

Die laufende Berichtssaison in der Schweiz, der Eurozone und den USA macht derzeit eines deutlich: Die Erwartungen der Anleger sind derart hoch, dass 1. positive Überraschungen kaum möglich sind und 2. schon kleinste Prognosen-Verfehlungen von den Investoren aggressiv abgestraft werden. Geradezu beispielhaft für diese Sichtweise war die Entwicklung bei der SFS Group. Das Unternehmen legte ansprechende Zahlen für das zweite Quartal bzw. das erste Halbjahr 2017 vor und gab einen soliden, leicht konservativen Ausblick auf das Gesamtjahr. Leicht enttäuschend war allein die rückläufige Margenentwicklung beim Ostschweizer Unternehmen. In der Folge rauschte die Aktie regelrecht in die Tiefe und schloss über 4% im Minus. Ähnlich erging es auch dem deutschen Softwarekonzern SAP. Der Konzern wächst dank seines Cloud-Geschäftes unerwartet stark – nur die Margen hinken aufgrund steigender Kosten etwas hinterher. Für die Aktie des Softwarekonzerns ging es ebenfalls  berdurchschnittlich stark bachab. Der Titel verlor fast 3%. Die Liste mit aggressiven Verkäufen in Folge von minimalen Prognoseverfehlungen liesse sich noch beliebig fortsetzen. Zugegebenermassen sind zahlreiche Aktiennotierungen in den zurückliegenden Monaten weit vorausgelaufen und preisen entsprechend eine sehr dynamische Geschäftsentwicklung ein. Dass zudem die Zahlen genutzt werden, um Aktienkursgewinne zu realisieren, ist nichts Neues. Nur das Ausmass und somit die Aggressivität, mit der Anleger die entsprechenden Titel auf den Markt werfen, überrascht uns. Wir plädieren für eine etwas realistischere und nachhaltigere Sicht auf die Unternehmensentwicklung. Sowohl SFS als auch SAP sind grundsolide Unternehmen mit sehr ansprechenden Wachstumsaussichten und gesunden Bilanzen. Dass Wachstum in Form von Investitionen in die Produktion, in die IT und in Menschen finanziert werden muss, liegt nicht nur in der Natur der Sache, sondern ist auch gewünscht – nicht ohne Grund wird die Investitionszurückhaltung der Unternehmen seit mehreren Quartalen bemängelt. Dass dies kurzfristig auf die Margen durchschlagen kann, ist zwar bedauerlich, garantiert andererseits jedoch in einem gewissen Masse das künftige Wachstum. Wir rechnen damit, dass Investoren weiter das „Haar in der Suppe“ suchen werden und Unternehmen unverhältnismässig stark abstrafen, welche die Vorgaben nicht ganz erfüllen können. Konservative Anleger tun jedoch gut daran, sich von diesen Störfeuern nicht verunsichern zu lassen und an ihren Engagements festzuhalten. Der globale Konjunkturmotor hat die Taktzahl erhöht und wird in den kommenden Monaten unternehmenseitig zu einer dynamischen Geschäftsentwicklung führen. Entsprechend werden sich Investitionen ins Wachstum mittel- bis langfristig auszahlen.
Konklusion:
Unter dem Strich verläuft die Berichtssaison im Rahmen der Erwartungen. Konservative Anleger sollten sich jedoch nicht von der übermässigen Hektik verunsichern lassen.