
Die Schweizer Anleger sind unmittelbar vor und unmittelbar nach der offiziellen Vereidigung des neuen US-Präsidenten am vergangenen Freitag in Deckung gegangen und haben die Gewinne der vorangegangenen Wochen gesichert. Der SMI, der Mitte Januar noch bei 8‘452 Zählern notierte, hat sich mittlerweile auf gut 8‘230 Zähler zurückgebildet – der starke Jahresauftakt ist somit bereits wieder passé. Derzeit notiert der Swiss Market Index gut 0.3% über dem Stand zum Jahreswechsel. In der Spitze hatte der SMI ein Plus von 2.83% verbuchen können. Anleger sollte die leichte Korrektur in den vergangenen Wochen jedoch nicht überbewerten. Nach der starken Performance seit den US-Wahlen am 04.11.2016 war eine kleinere Korrektur überfällig – immerhin hatte der SMI während dieser Zeitspanne in der Spitze über 11% zugelegt.
Aus charttechnischer Sicht erscheint das weitere Abwärtspotenzial des SMI beschränkt. Zwar sackte der Index zuletzt unter die 20-Tage-Durchschnittslinie, was kurzfristig weitere Abgaben signalisiert. Jedoch dürfte das untere Bollinger Band (bei 8‘137 Punkten) bzw. die 200-Tage-Durchschnittslinie (bei 8‘060 Punkten) die Abwärtsdynamik einschränken. Aus unserer Sicht dürfte das eher vorsichtige Vorgehen der Investoren noch einige Zeit anhalten und das Gesamtbild an den Börse prägen. Die Investoren wollen endlich klare Aussagen, was Donald Trump in wirtschaftspolitischer Sicht wirklich bewirken kann. Allerdings dürfte auch punkto Trump in nicht allzu ferner Zukunft eine Art Gewöhnungseffekt einsetzen – seine Worten werden zwar weiter wahrgenommen, doch die Investoren werden sich wieder stärker an tatsächlichen fundamentalen Entwicklungen orientieren.
Wir gehen davon aus, dass die Berichtssaison in der Schweiz, die in den kommenden Tagen deutlich Fahrt aufnimmt, positiv überraschen kann und bereits für einen steigenden Optimismus und zunehmenden Risikoappetit sorgen wird. Wir sind zuversichtlich, dass die Schweizer Unternehmen nach zwei mageren Jahren im laufenden Jahr wieder zu einem organischen Umsatzwachstum zurückfinden und die Gewinne in diesem und im nächsten Jahr zwischen 4 bis 6% ausweiten können. Wir liegen mit unseren Prognosen am unteren Ende der Konsensprognose.
Konklusion:
Anleger sollten die gegenwärtige Schwächephase im SMI nicht überbewerten. Bekanntlich haben politische Börsen nur eine kurze Halbwertszeit. Trump wird an den Börsen an Zugkraft verlieren.