
Die Nachricht, dass Apple für das zweite Halbjahr weniger Komponenten bei seinen Zulieferern bestellen werden (siehe Seite 13), hat beim österreichischen Halbleiterhersteller AMS ein kleines Kursbeben ausgelöst. Die Kursgewinne von mehr als ytd 35%, welche die Aktie noch Mitte März verbuchen konnte, haben sich mittlerweile komplett in Luft aufgelöst. Aktuell notiert das Papier leicht unter dem Stand zum Jahreswechsel 2017/18. Die Gründe für die seit nunmehr drei Monaten anhaltende Kursschwäche sind vielfältig: ein schwacher Quartalsausblick, zunehmende Sorgen, dass der Halbleitermarkt die Wachstumsspitze erreicht habe und bald unter Überkapazitäten leide werde, die ohnehin eher schlechte Stimmung an der Schweizer Börse und nun die Spekulationen über Apple haben das Papier in den zurückliegenden Monaten deutlich belastet. Auch wenn es in diesem Jahr an der Börse nicht rund läuft, so können sich Alt-Aktionäre des Unternehmens noch immer über satte Kursgewinne freuen. Auf Sicht von 12 Monaten notiert das Papier noch immer starke 29% im Plus. Wer gar vor 5 Jahren bei AMS einstieg, kann sich über eine Performance von über 500% freuen. Zumal wir die gegenwärtige Schwäche im Aktienkurs als temporäres Phänomen ansehen, welches vergleichsweise günstige Einstiegskurse generiert. Denn gesamthaft sind die Aussichten des Unternehmens weiter ausgezeichnet. Wie die Prognosen der Analysten zeigen, steht das Unternehmen vor weiter stark expandierenden Geschäften, die sich vor allem auch in einem überproportionalen Gewinnanstieg niederschlagen werden (siehe Konsensprognosen; Box rechts). Viel wichtiger erscheint uns aber, dass die Marktteilnehmer AMS grundsätzlich falsch einschätzen. Denn die Reduktion des Unternehmens auf einen Zulieferer für Apple-Produkte erscheint uns schlicht zu kurz gegriffen. AMS besitzt vor allem im Bereich der 3D-Sensorik, die in Smartphones vor allem zur Gesichtserkennung eingesetzt wird, noch grosses Wachstumspotenzial, welches weit über Apple hinausragt. Unseres Erachtens hat die Technologie das Potenzial, schon in wenigen Jahren zu einem festen Bestandteil im industriellen Bereich und vor allem in der Automobilindustrie zu werden. Wir rechnen in den kommenden Jahren mit deutlichen Umsatz- und Gewinnanstiegen, die gegenwärtig nur unzureichend im Aktienkurs eingepreist sind. Auf Basis des für 2019 in Aussicht gestellten Gewinns wird das Papier gegenwärtig mit einem KGV von gerade 12 gehandelt – aus unserer Sicht eine deutliche Unterbewertung. Wir empfehlen, die gegenwärtig Kursschwäche des österreichischen Unternehmens, das an der SWX gelistet ist, zu nutzen und die Aktie zu kaufen.
Konklusion:
Die Aktie des österreichischen Halbleiterunternehmens ist angesichts des starken Wachstumspotenzials deutlich unterbewertet. Risikofreudige Anleger nutzen die ggw. Kursschwäche zum Einstieg.