+11.66%
YTD 2026
+15.08%
Jahr 2025
+23.37%
Jahr 2024
+12.28%
Jahr 2023
-6.63%
Jahr 2022

AMS

Die nach unten revidierte Absatzprognose von Apple hat den Kursabsturz bei AMS nochmals beschleunigt. Am Tag nach der Mitteilung von Apple stürzte die AMS-Aktie um fast ein Viertel ab. Zwar konnte das Papier die Verluste in den vergangenen Handelstagen etwas verkleinern – das Minus von gut 16% nach gerade einmal zehn Handelstagen im Jahr 2019 ist jedoch erschreckend. Aus charttechnischer Sicht scheint die Bodenbildung in den letzten Tagen erfolgreich zu sein. Ob der Aktie in den kommenden Monaten ein Rebound gelingt und die Notierung wieder deutlicher fester tendiert, erscheint uns aufgrund des bestenfalls verhalten optimistischen Ausblicks für die Halbleiterbranche im Allgemeinen und des Smartphonemarktes im Speziellen fraglich. Dass der amerikanische iPhone-Hersteller einer der Grosskunden von AMS ist, lässt den jüngsten Kurssturz durchaus berechtigt erscheinen. Obwohl sich der österreichische Anbieters von Hochleistungssensorlösungen auf Basis von analogen Halbleiterbauelementen seit geraumer Zeit bemüht, die Abhängigkeit von Apple zu reduzieren, gelingt dies aber nur verhalten. Die Sparte „Consumer & Communications“ macht gut drei Viertel des AMS-Umsatzes aus: Das Hauptgeschäft der Sparte liegt nach wie vor im Smartphonebereich und dort vor allem bei Apple.
Das Problem: Der Smartphonemarkt scheint – unabhängig von den negativen Einflüssen des Handelskrieges zwischen den USA und China auf die Konsumentenstimmung in Fernost – mittlerweile gesättigt. Selbst treue Apple-Kunden scheinen nicht mehr bereit, den stetig steigenden Preis für – in der Konsumentenwahrnehmung marginale – technologische Fortschritte zu zahlen. Zudem konkurrenzieren v.a. chinesische Anbieter mit technologisch mindestens ebenwürtigen Produkten, die zudem deutlich güns-tiger angeboten werden. Kurzum: Die Konsumenten ersetzen ihre Smartphones weniger schnell als auch schon und haben zudem eine deutlich grössere Auswahl, die sich qualitativ nicht gross unterscheidet. Marktbeobachter gehen davon aus, dass der Smartphonemarkt im laufenden Jahr um vielleicht noch 3% wachsen wird. Apple, dem Hauptkunden von AMS dürfte es – auch aufgrund fehlender Innovationen – schwerfallen, davon überdurchschnittlich zu profitieren. Für AMS besteht – analog zu der Entwicklung von Dialog Semiconductor – die absolute Notwendigkeit, das eigene Geschäft stärker zu diversifizieren – sowohl was den Kundenstamm als auch die operativen Tätigkeitsfelder angeht.
Nach dem Kurssturz im vergangenen und im bisherigen Jahresverlauf erscheint das weitere Abwärtspotenzial zwar beschränkt. Schlechte Nachrichten aus dem Technologiesegment dürften eine mittelfristige Erholungsrallye aber zunichtemachen.

Konklusion:
Die Aktie scheint für eine kurzfristige Erholungsrallye prädestiniert. Das sich verdunkelnde Geschäftsumfeld im Tech-Segment könnte die Aktie mittelfristig aber weiter stark belasten.