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AMD

Grafikkartenhersteller wie AMD oder Nvidia haben im vergangenen Jahr sehr stark vom Boom rund um die Digitalwährung Bitcoin und Co. profitiert. Das Bindeglied zwischen Grafikkarten und Kryptowährungen ist die Herstellung der digitalen Währungen. Diese werden „geschürft“ (Mining). Hierbei werden neue Einheiten einer Kryptowährung von sog. Minern berechnet: Beim Lösen einer kryptischen Hashfunktion werden sie mit einer Einheit einer digitalen Währung belohnt. Für diese Berechnungen eigenen sich Grafikkarten hervorragend. Entsprechend konnten sich AMD und Nvidia im vergangenen Jahr einer herausragenden Nachfrage erfreuen. AMD-Chefin Lisa Su prognostizierte im Rahmen einer Analystenkonferenz zum ersten Quartal 2017, dass gut 10% der Gesamterlöse auf dieses Geschäft entfallen. Doch der Bitcoin-Markt ist sehr schwankungsanfällig. Nach der Rallye im Jahr 2017 kam mit Beginn des Jahres 2018 der Katzenjammer. Die Notierungen der digitalen Währungen brachen in der Breite ein und damit schwand das Interesse am Mining. AMD hat das Nachlassen der Mining-Nachfrage bereits in die Prognose für das laufende Geschäftsjahr eingeplant. Laut der Unternehmensführung soll die Veröffentlichung neuer Produkte die schwächere GPU-Nachfrage ausgleichen können (siehe Ausgabe 15/2018). Einige Analysten sehen auf die Grafikkartenhersteller zudem ein neues Problem zukommen. Bitmain, ein chinesischer Hersteller von Mining-Hardware, hat einen Spezialchip angekündigt, der kosteneffizienter rechnet als die Grafikkarten. Bei einem kommerziellen Erfolg könnten zahlreiche Miner auf die neuen Chips setzen, wodurch die Nachfrage nach konventionellen Grafikkarten zusätzlich belastet werden könnte. Einige Analysten warnen bereits vor einer Angebotsschwemme durch gebrauchte Hardware. Ein aus unserer Sicht eher unwahrscheinliches Szenario. Vor allem im Gaming-Bereich kaufen Nutzer selten gebrauchte Hardware – und schon gar nicht, wenn die Chips vorher zum Mining benutzt wurden. Da Miner weit verbreitet die Taktraten der Chips erhöhen (Verlust der Garantieleistung) und die Hardware dauerhaft unter Volllast fahren, verringert sich die Lebensdauer der Chips deutlich. Darüber hinaus wird u.E. zu wenig beachtet, dass v.a. Gamer angesichts des Preisanstiegs den Kauf neuer Grafikkarten aufgeschoben haben – dieser Stau dürfte sich im Verlauf der kommenden Monate auflösen und zu einer deutlich höheren Nachfrage aus dem Gaming-Bereich führen. In der Summe sind wir überzeugt, dass AMD das hohe Wachstumstempo – wenn auch etwas weniger dynamisch – in etwa halten kann.
Konklusion:
Wir sehen AMD gut positioniert, um eine abnehmende Nachfrage aus dem Krypotbereich zu kompensieren. Entsprechend halten wir an unserer Kauf-Empfehlung fest.