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Amazon

Bereits im Jahr 2018 liess der e-Commerce-Gigant durchblicken, auf welchen lukrativen Milliardenmarkt er es langfristig abgesehen hatte. Damals übernahm Amazon die amerikanische Online-Apotheke Pillpack für gut USD 1 Milliarde und sicherte sich in den vergangenen zwei Jahren mehr staatlichen Lizenzen für den Versand von ärztlichen Verordnungen in den USA. Nun folgt der nächste Schritt. Amazon kündigte vor wenigen Tagen an, dass Kunden über den neuen Service „Amazon Pharmacy“ in den Vereinigten Staaten künftig verschreibungspflichtige Medikamente bestellen können. Ärzte sollen künftig die Rezepte digital an Amazon weiterleiten, womit die klassischen Apotheken faktisch überflüssig werden. Dabei bietet Amazon grosse Preistransparenz. Kunden wird im Warenkorb angezeigt, ob es billiger ist, mit der Versicherung abzurechnen und einen Eigenanteil zu zahlen oder ob sie die Arzneien selbst kaufen mit Rabatt. Prime-Abonnenten sollen bis zu 80% Preisabschläge erhalten. Mit Amazon Pharmacy wagt der e-Commerce-Gigant den nächsten strategischen Schritt, welcher von enormer Bedeutung werden könnte. Denn das Geschäft von Apotheken und Drogeriemärkten gilt als absolut krisenfest. Gemäss Erhebungen von Statista wird die Branche in den USA voraussichtlich den Rekordwert von USD 319 Milliarden umsetzen. Bis zum Jahr 2023 dürften nach Angaben von Transparency Market Research weltweit Medikamente im Wert von USD 128 Milliarden online verkauft werden. Zum Vergleich: Zur Mitte des vergangenen Jahrzehntes war dieser Markt gerade einmal USD 29 Milliarden gross. Und Amazon dürfte sich nicht nur auf den US-Markt fokussieren. Vor kurzem meldete der Konzern die Marke „Amazon Pharmacy“ auch in der EU an, wobei ein Markteinstieg wahrscheinlich noch einige Jahre dauern dürfte. Zumal die Hürden für Amazon recht hoch sind. So gilt beispielsweise in Deutschland nach wie vor ein Fremd- und Mehrbesitzverbot bei Apotheken – Kapitalgesellschaften dürfen bis anhin keine Apotheken betreiben. Und auch Online-Apotheken brauchen eine Genehmigung für den Betrieb – auch eine solche hat Amazon bisher nicht. Dennoch ist der Schritt von Amazon wegweisend. Die Welt verlagert sich immer stärker ins Internet und dort spielt der Handelsgigant aus den USA die unangefochtene Hauptrolle.

Konklusion:
Wir bleiben für den e-Commerce-Konzern unverändert bullish. Mit Amazon Pharmacy wagt der Konzern den nächsten strategischen Schritt. Die Aktie bleibt ein Kauf!