
Der amerikanische E-Commerce-Riese scheint der Konkurrenz immer weiter zu enteilen. Gemäss Schätzungen des Analyseunternehmens eMarketer wächst Amazon trotz seiner bereits sehr beachtlichen Grösse doppelt so schnell wie der E-Commerce-Gesamtmarkt in den USA. eMarketer schätzt, dass Amazon den Gesamtumsatz in den USA um satte 29% ausweiten kann, während der Rest der Branche zusammen lediglich ein Wachstum von 16% schaffen dürfte. Im nächsten Jahr soll Amazon fast 54% des gesamten Online-Einzelhandelsmarktes besetzen. Zum Vergleich: Im Jahr 2016 lag der Marktanteil bei 38.3%. Diese Entwicklung ist umso erstaunlicher, wenn bedacht wird, dass vor allem Wettbewerber aus dem klassischen Brick-and-Mortar-Geschäft wie Walmart ihre Online-Bemühungen mit Investitionen in Milliardenhöhe massiv ausbauen.
Doch was macht Amazon überhaupt so stark?
Wir vermuten, dass der E-Commerce-Riese vor allem von einem Netzwerkeffekt profitiert. Damit Produkte von Drittanbietern für den Amazon Prime Versand qualifiziert sind, müssen diese in Amazon-eigenen Lagern geparkt sein und von dort aus versendet werden. Auf dem Online-Marktplatz verwenden Händler dann das Zertifikat „Fulfilled by Amazon“. Mittlerweile verzeichnet Amazon mehr als 100 Millionen Prime-Kunden weltweit, wobei das Potenzial noch lange nicht erschöpft ist. Gemäss Schätzungen von Consumer Intelligence Research Partners haben allein 90 Millionen Amerikaner Zugang zum Prime-Service.
Der Netzwerkeffekt: Da immer mehr Kunden Prime beitreten, wollen immer mehr Händler ihre Produkte mit dem Label „Fulfilled by Amazon“ anbieten. Denn diese Gruppe von Käufern gibt gemäss Statistiken mehr aus als Nicht-Prime-Mitglieder. Damit steigt die Zahl der bei Amazon verfügbaren prime-tauglichen Artikel. Jüngst erreichte ihre Zahl bereits die Marke von 100 Millionen Artikeln. Und je mehr Prime-Artikel verfügbar sind, desto mehr Kunden kommen zu Prime. Amazon ist es dabei gelungen, den Traffic auf dem Handelsplatz stark in zahlende Kunde umzuwandeln. Diese Transformationsrate liegt bei Amazon etwa doppelt so hoch wie beim Wettbewerber Walmart.
Zugleich forciert Amazon seine Bemühungen, um sowohl Dritthändler als auch Prime-Kunden mit immer neuen Aktionen und Feldversuchen noch stärker an sich zu binden. So experimentiert Amazon an einem eigenen Lieferservice für Händler. Vor allem grössere Händler würde ein solcher Service punkto Versandkosten ein deutliches Sparpotenzial bringen. D.h., Amazon versucht, das ohnehin schnell drehende Rad noch zu beschleunigen.
Konklusion:
Der E-Commerce-Riese stellt die Wettbewerber in den Schatten. Amazon seine Stellung und baut seine Macht noch aus. Kaufen Sie die Aktie!